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Freitag, 15. Januar 2016

Der Vater meiner Tochter und warum es mit uns nicht geklappt hat

Der Vater meiner Tochter ist ein guter Kerl. Leider hat es nur mit unserer Beziehung trotzdem nicht funktioniert. Darum habe ich ihn verlassen, was mir sehr weh tat. 

Ok hier kommt nun ein Post, der schon ewig ein Entwurf ist, mir aber immer einen Tacken zu persönlich war. Nun habe ich mich doch dazu entschieden. Erstens kann der Angesprochene ihn dann auch gleich lesen und zweitens bin ich nun schon sooo oft gefragt worden, was mit dem Papa meiner Kleinen sei. Ihr braucht aber gar nicht auf Angriffe oder Rosenkrieg zu hoffen (ja, es gibt Menschen, die auf sowas hoffen...), das werdet ihr hier nicht finden.

Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, mich nach der Pleite mit meinem Ex aufs Neue komplett unglücklich wegen einem Mann zu machen. Und es HÄTTE mich komplett unglücklich gemacht, mit ihm zusammen zu bleiben. Natürlich habe ich vorher einiges, nein ich korrigiere: Nicht nur einiges, sondern ALLES, versucht, um unsere Beziehung zu retten, alleine da er ja der Vater meiner Kleinen ist und ich selbstverständlich gerne eine Familie, wie man sie sich ja eigentlich vorstellt, gehabt hätte.

Trotzdem war meine Entscheidung am Ende völlig richtig und unausweichlich und ich bin, nach langem inneren Kampf, vielen Zweifeln und immer wiederkehrenden Auf und Abs mittlerweile ganz im Reinen damit. 


Warum musste ich ihn denn verlassen?

Leider leidet er unter Depressionen mit manischen Episoden oder einer chronischen Schizophrenie, welche schubweise ungefähr alle drei Monate auftritt. Dies habe ich erst später, da war ich schon im achten Monat schwanger, überhaupt erst herausbekommen (bzw. angefangen etwas zu ahnen...), denn psychische Erkrankungen sind ganz allgemein sehr schwer zu durchschauen und man denkt nun wirklich nicht gleich an so etwas. Vor allem weil er wirklich ein intelligenter Mann ist, der mit seinem Leben gut klar zu kommen schien, als ich ihn kennen lernte. 

In diesen ein paar Tage andauernden akut wahnhaften Phasen will er auf jeden Fall immer sein ganzes Leben hinschmeißen, erzählt verrückte Dinge, hat Verfolgungsideen und hört Stimmen. Nach ein paar Tagen ist es wie weggeblasen...dann wird er, mal ein paar Tage lang, mal über Wochen hinweg, antriebslos, müde und gleichgültig. Er will dann auch meistens nichts mehr mit mir oder seiner Tochter zu tun haben und sagt, er wolle uns nie wieder sehen. Und ich bin dann anscheinend für ihn immer das Böse in Person. Meistens ist er in diesen Phasen einfach so ein paar Tage oder auch manchmal mehr als eine Woche abgehauen, ohne dass ich wusste wo er war. 

Ich konnte es einfach nicht mehr, es hat mich komplett runter gezogen, das war auch nicht gut für meine Kleine. Sie braucht eine glückliche Mama und keine, die ständig traurig ist. 

Diese Phasen (ich nenne es für mich so...) habe ich mehrmals mitgemacht, inklusive Hoffnung, Glaube an Besserung, Versprechungen seinerseits und der Erkenntnis, dass alles am Ende wieder genauso war wie vorher. Es war auch ein harter Weg für mich, einzusehen, dass ich ihm nicht helfen konnte, weder mit Verständnis, noch mit Liebe, noch mit Versuchen, ihn zu einer Therapie zu überreden.

Denn Hilfe muss man wollen und annehmen. Solange man nicht selber erkennt, dass man etwas verändern möchte, und dafür bereit ist, die nötigen Schritte zu gehen, bringt alles Reden von außen rein gar nichts.

Über die ganze Wut, Verzweiflung, Traurigkeit und auch stellenweise einfach Resignation, die das für mich alles mit sich zog, will ich gar nicht weiter reden.


Trotzdem hatte er einfach mein Herz berührt. 

Er war der zweite Mann, der das geschafft hat. Nicht unbedingt weil er meine zweite große Liebe war, sondern einfach, weil uns ja dieses wunderbare kleine Mädchen verbindet. Auch heute noch verzeihe ich ihm jedes böse Wort, jede neue Phase, jedes neue Versprechen was er dann nicht einhält. Nur schaffe ich es, ihn nicht zu nah an uns heranzulassen, denn das würde uns nur wieder verletzen.


Gerade die Kleine...

Sie ist jetzt fast zwei...es geht einfach nicht, dass er verspricht zu kommen, sie sich freut und er kurz vorher wieder absagt. Wir haben jetzt die Vereinbarung, dass er sie sehen kann, wenn er eine Kontinuität einhalten kann. Egal ob alle zwei Wochen oder alle zwei Monate. Nach einem Jahr hat er nun vor Kurzem erstmals diese Absprache für sich genutzt und sie gesehen. Er möchte das nun alle vier Monate wiederholen.


Es ist sehr schwierig für mich, mit ihm umzugehen, denn alles was ich mache, kann falsch sein...

...z.B. hat er mein Umrühren in meinem Kaffee, wobei ich ihn angelächelt habe, so gedeutet, dass ich etwas Schlimmes gegen ihn im Schilde führe. Ich selber kann mich nicht mal mehr an die Situation erinnern, aber in diesem Wahn ist darüber nicht mit ihm zu reden. Bringt einfach nichts.

Ich konnte mit den Hochphasen, so schlimm sie auch waren,trotzdem immer besser umgehen, als mit dieser danach folgenden Antriebslosigkeit. Es ist sehr anstrengend, wenn man ein kleines Kind hat und sich gleichzeitig ständig um den Mann kümmern muss. Ich habe mich oft gefühlt wie eine Therapeutin, die ich auf gar keinen Fall sein wollte. Und es ist einfach auch so, dass es einen selber mit runterzieht. Er war oft nicht mehr dazu in der Lage, z.B. einen Teller in die Spülmaschine zu räumen...oder überhaupt aus dem Bett aufzustehen. Gespräche, ganz normale? Unmöglich.


Ich hoffe trotz allem immer noch!!

Vielleicht kriegt er es mit Hilfe seiner bald beginnenden Gesprächstherapie (wenn er die überhaupt wirklich beginnt, denn das zweifelt er auch ständig an und es ist auch nicht der erste Anlauf...) irgendwie noch hin. Es wäre sehr schön, wenn er wirklich meiner Kleinen ein Vater werden könnte. Aber dazu muss sich einfach einiges verändern. Auch und gerade unsere Tochter kann nicht damit leben, wenn ihr Vater alle paar Monate eine Krise bekommt und danach auch noch für Tage nur im Bett liegt und ein Pflegefall ist. Zumindest sehe ich das so.

Mir ist auch völlig klar, dass ich mir keine großen Hoffnungen machen brauche. Trotzdem: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und am Ende ist es eine Krankheit und wenn er möchte, kann sie vielleicht behandelt werden. Und wenn er diesen sicherlich schweren Schritt macht, werden wir für ihn da sein. Egal was war. Ich weiß dass er nur gemein wird, wenn er nicht er selbst ist.


Noch ein kleiner Blick auf die Situation psychisch erkrankter Menschen

Ich finde es ist eine Katastrophe, dass Menschen, die in psychischer Not sind, so unheimlich lange auf einen Therapieplatz warten müssen.

Das Hauptproblem vom Vater meiner Kleinen ist z.B. einfach, dass er nicht in der Lage ist, sich Ärzten gegenüber klar und deutlich auszudrücken, weswegen er ständig falsch verstanden wird. Er ist einfach eher ein stiller Typ. Es hat ihn auch noch nie jemand dabei unterstützt, seine Meinung zu vertreten und Selbstbewusstsein aufzubauen. Im Gegenteil, seine Familie steht ihm auf diesem Weg null bei und vermitteln ihm lieber, dass er es eh nicht schaffen kann.

Wie soll er sich da alleine einer Therapie stellen, die ihm Hilfe bringen würde?

Es ist meiner Meinung nach wirklich sehr traurig, wie schlecht man hier als Mensch mit einer psychischen Erkrankung Hilfe bekommt. Und wenn man dann Hilfe hat, kann es sehr gut sein, dass man von der gar nichts zu erwarten braucht. Es gleicht fast einer Nadel im Heuhaufen, einen wirklich guten Therapeuten zu finden. Diesen Eindruck habe ich nach vielen Jahren in meinem Job und einigen privaten Erfahrungen gewonnen.

Wenn man nicht für seine Interessen kämpfen kann und niemanden hat, der sich für einen einsetzt (was wirklich leider bei vielen psychisch Erkrankten der Fall ist, die durch ihre Probleme völlig isoliert sind), ist man der Willkür anderer Menschen ausgeliefert. Leider scheinen viele zu vergessen, dass es sich ebenso wie bei einer körperlichen Krankheit um eine wirkliche Erkrankung handelt. Nur in diesem Fall eben um eine Erkrankung der Seele.

Davor ist keiner lebenslang sicher, ebensowenig wie vor Diabetes, Krebs oder anderen Erkrankungen. Es wird Zeit, dass wir mehr Toleranz aufbringen und offener werden für Krankheiten, die man nicht sehen kann!


Was ich abschließend darüber denke:

Wir haben ein Jahr zusammen gewohnt, davon waren neun Monate Schwangerschaft,  und bis auf diese Krisen und seine mangelnde Mithilfe im Haushalt (reicht ja eigentlich auch völlig aus...) haben wir auch sehr viele schöne Momente miteinander gehabt. Er hat eben auch sehr viele gute Seiten, er ist humorvoll, sensibel, sportlich, gutaussehend, intelligent...ich wünsche ihm wirklich nur das Beste. Auch wenn da von meiner Seite aus keine Gefühle mehr vorhanden sind. Eine Beziehung wird es nie wieder geben. Dazu ist viel zu viel passiert,

Ich bin bereit, ihn auch weiterhin auf seinem Weg zu unterstützen und ihm jederzeit eine Freundin zu sein. Auch möchte ich, dass er der bestmöglichste Vater für meine Tochter ist, der er eben sein kann. Ich werde jederzeit dafür kämpfen, dass meine Tochter ihren Papa in irgendeiner Form beim Aufwachsen an ihrer Seite hat und ich werde niemals aus persönlichen Gefühlen ihm gegenüber diesen Kontakt unterbinden oder einschränken. Ich möchte, dass meine Tochter ihre Wurzeln kennt. Und weiß, dass ihr Papa sie lieb hat...denn das hat er!!







Montag, 11. Januar 2016

Als Single Mama glücklich sein? Teil 2

Hier geht es nun weiter mit der Erörterung, warum man nicht auch als Solomama glücklich sein sollte!

1) Vorurteile der anderen, jeder Alleinerziehende kennt sie und es geht so schnell...

Leider darf man heutzutage nicht mehr zu laut sagen, wenn man sich dafür entscheidet, noch etwas länger beim Kind zu bleiben und dafür z.B. eventuell auch Amtsgelder in Anspruch nehmen zu müssen.

 Man hat das Gefühl, grundsätzlich verurteilt zu werden sobald man äußert "ich bleibe noch ein Jahr bei meinem Kind und nehme dafür staatliche Hilfe in Kauf."

Ich finde, gerade was Soloelternteile betrifft, sollte niemand mit seinem Urteil darüber zu schnell sein. Von uns wird mittlerweile fast automatisch erwartet, Vollzeit arbeiten zu gehen, gleichzeitig einen perfekten Haushalt zu haben und eine tolle, ausgeruhte, gut aussehende, stets glückliche Mutter (oder natürlich auch Vater) zu sein. Doch wie soll man diesen Spagat schaffen, wenn einerseits erwartet wird, unabhängig von finanzieller Unterstützung zu leben und andererseits verurteilt wird, wer sein Kind zu früh, zu lange oder zu unkonstant, zb. wegen Schichtdienst, abgibt?

Und andere Möglichkeiten als diese beiden gibt es nicht. Es sei denn der Kinds Vater ist steinreich und hat Spendierhosen an. Womit ich persönlich sicher auch nicht ruhig und zufrieden leben könnte, so auf der Tasche meines Exs.

Dieses Aburteilen geht heute in Hartz 4 Zeiten einfach zu schnell. Da spielt es keine Rolle, ob man vorher 10 Jahre lang Vollzeit durchgearbeitet hat...wer Hartz 4 braucht, hat automatisch für viele den bekannten "Assi-Status." Da spielt die individuelle Geschichte absolut keine Rolle.

Genauso schnell ging das zumindest bei mir auch mit Vorurteilen und Meinungsbildung den Vater meiner Tochter betreffend.
"Nimm dem Armen doch sein Kind nicht weg..." ohne auch nur den Hauch einer Ahnung, was "der Arme" so getan hatte im Vorfeld, war das Harmloseste.

Da hilft nur, sich zu üben im "Hier-rein-da-raus".

Spruch-des-Tages.org
Leider schüren Serien wie zum Beispiel Alleinerziehend - ein 24 Stunden Job (natürlich kommt der Mist auf RTL2...) völlig falsche Vorurteile in den Menschen. Ich war so sauer als ich mir das angeguckt habe. Ich glaube, die haben mit Absicht einige der hilflosen Fälle ausgesucht und deren Probleme dramatisch aufgebauscht. Ich bin in einem Forum für Solomamas und Solopapas unterwegs und dort hat sich wirklich jeder über die falsche Darstellungsweise in dieser Serie schrecklich aufgeregt. Einige wurden von RTL2 gefragt, ob sie mitwirken wollen, jeder vernünftig denkende Mensch hat das aber abgelehnt.

Bei Interesse lies doch einmal diesen Artikel aus dem Blog "mutterseelenalleinerziehend" dazu. Oder auch den Beitrag, den "die Welt" dazu geschrieben hat. 

Unglaublich. 

2) Meine persönliche Lösung habe ich gefunden...

Ich denke für jedes Kind und jede Single Mutter (...Vater...) gibt es eine gute Lösung, mit der beide glücklich sein können. Ich habe lange nach dieser Möglichkeit gesucht und dafür einige Abstriche gemacht. Ich arbeite im Moment nur noch entfernt in meinem erlernten Beruf und auch nur 30 Stunden die Woche. In meinem alten Beruf, in dem ich hätte Schichtdienste machen müssen, was in meinen Augen mit einem Kleinkind nicht möglich ist, ohne dass jemand darunter leidet, habe ich trotz intensivem Suchen mit diesen Rahmenbedingungen keine Chance gehabt. 

So gehen wir um sieben aus dem Haus, ich bringe meine Kleine zur Tagesmutter, fange um acht an zu arbeiten und nach meinem Feierabend und zwei hole ich sie dort ab . Klar könnte ich mehr Geld haben, Geld ist immer gut, aber mir ist es sehr viel wichtiger, Zeit mit meiner Räuberin zu verbringen und wir kommen finanziell einigermaßen zurecht. 

Sicher, später wird sie mehr Ansprüche haben, das ist mir sonnenklar! Aber mit ihrem zunehmendem Alter werde ich ja auch wieder mehr arbeiten können. Ich denke, wir sind beide glücklich so wie es ist und ich denke auch es ist sehr wichtig, sich frühzeitig ein soziales Umfeld zu schaffen, auf das man im Notfall zurückgreifen kann. Ich bin froh das sie so tolle Großeltern hat und ich so tolle Freunde habe, die zu ihrem Umfeld gehören und die mir auch zwischendurch einmal eine Auszeit ermöglichen.

Für mich ist die Glücks Rangfolge eben so:

- Glückliches Kind
- Glückliche Mama
- Arbeit
- Alles andere

Wie ist deine?

3) Abschließende Worte :-)

Die meisten Soloelternteile die ich kenne, sind glücklich und häufig auch froh, ihre oft hoffnungslose Partnerschaft hinter sich gelassen zu haben. Sie stehen erfolgreich im Beruf, sind zufriedene Menschen, stehen voll hinter ihrer Verantwortung und ziehen tolle Kinder heranIch kenne auch kaum Soloelternteile, die wie so oft gesagt wird dem anderen Elternteil dem Umgang zum Kind verwehren wollen. Im Gegenteil, bei den allermeisten der mir bekannten Fälle ist es so, dass der andere Elternteil diese Verantwortung nicht wahrnehmen möchte und auch finanziell nur das Notwendigste zahlen möchte. Ich kann diese Elternteile absolut nicht verstehen, denn schließlich ist es ihr eigen Fleisch und Blut, welches sie da so gleichgültig abservieren.

Wir sollten vielleicht alle etwas toleranter werden und uns nicht von Klischees und falschen Darstellungsweisen beeindrucken lassen. Und mehr auf unser Herz hören und auf das, was es uns sagen will.

Glücklich sein als Solomama oder Papa ist wohl also eine gelungene Mischung aus allen lebensrelevanten Gebieten. Bist du ein Karrieretyp? Gut, dann schau, dass dein Kind eine tolle Betreuung hat und dass du deinen Kram organisiert bekommst.
Du willst sooo gerne noch bei deinem Kind bleiben, aber alle sagen "du musst doch wieder arbeiten"? Scheiß auf die anderen!

Gerade als Alleinerziehender ist es sowieso unabdinglich, sich andere Meinungen, die ja jeder Hinz und Kunz meint, äußern zu müssen, nicht mehr so zu Herzen zu nehmen, wenn man wirklich glücklich sein möchte. Und ja, wir DÜRFEN glücklich sein. Warum denn bitte auch nicht? 




Dienstag, 8. September 2015

Ein typischer Montag als Solomama

6:00 Uhr: Der Wecker klingelt.
Dabei habe ich noch keine brauchbare Möglichkeit gefunden wie ich es schaffen kann, dass meine Kleine dabei nicht wach wird (Familienbett...). Ich denke jetzt als letzte mir bekannte Möglichkeit über ein Weckerarmband mit Vibrationsalarm nach. Denn es wäre super, ja nicht nur super sondern wirklich ein großer Traum, alleine einen Kaffee zu trinken und mich fertig zu machen, bevor die Räuberprinzessin mir dann permanent an den Beinen hängt. Wenn jemand also alternative Tipps hat, bitte her damit! 

6:15 Uhr: ich bin komplett fertig.
Mit Zähneputzen, anziehen, Haare machen und allem was dazugehört. Oftmals auch mit den
Nerven ;-)
Denn das ist meistens der Zeitpunkt, den ich unter der Woche am wenigsten mag!!
Früher war ich ein absoluter Morgenduscher, das kann ich mittlerweile natürlich total vergessen. (Es sei denn natürlich ich möchte gerne ein schreiendes Kind vor der Dusche stehen haben, welches mit den Händen meine voll verglasten Duschwände abpatscht. Mitduschen ist für sie momentan noch keine Option...)

Während ich mich also ohne die oft heiß ersehnte Dusche fertig gemacht habe, habe ich natürlich mein quengeliges Kind, dem es gar nicht passt, dass ich gerade etwas ohne sie machen muss, am Rockzipfel hängen, also lenke ich sie währenddessen geschickt ab, indem ich ihr x Mal die ganzen Gegenstände, die sie in der Zeit in die Badewanne geschmissen hat, (der Toilettendeckel hat mittlerweile einen Verschluss...) wieder auf den Rand zum erneuten Versenken stelle. Gerade morgens kann sie es gar nicht ab, wenn Mama etwas anderes macht, als sich auf sie zu konzentrieren. Ich tröste mich aber damit, dass das ja eigentlich mit zunehmendem Alter und Verständnis nur besser werden kann.


6:15 Uhr bis 6:30 Uhr: ich trinke schnell einen Kaffee und richte das Frühstück für meine Kleine. 
In der Zeit trinkt sie eine Milch. Hunger hat sie so früh noch nicht. Das finde ich eigentlich schade, denn ich würde gerne mit ihr frühstücken und hätte dann auch mehr Zeit für meinen unverzichtbaren Kaffee.

6:30 Uhr bis 6:50 Uhr: ich mache das mittlerweile äußerst gut gelaunte und gesprächige Kleinkind fertig. 
Sie ist so gut gelaunt und gesprächig, dass sie zu 1000 Scherzen aufgelegt ist, dabei aber wenig Lust auf Anziehen, Waschen  und Zähneputzen hat. Da bin ich aber äußerst entschlossen. Sie muss das schließlich lernen. Wenn ich schön dabei singe, geht's entschieden besser, habe ich Morgenmuffel allerdings nicht immer sooo die Lust zu um diese Uhrzeit :-)

6:50 Uhr: Wir machen uns auf den Weg zur Bushaltestelle.

7:10 Uhr: Ankunft bei der Tagesmutter. 
Ich liefere meinen Sonnenschein ab. Es bleiben noch 10 Minuten Zeit für einen kurzen Wortwechsel und eine ausführliche, von der Seite meine Tochter mittlerweile recht schmerzfreie Verabschiedung.

7:23 Uhr: Ich nehme meinen Bus zur Arbeit.

7:45 Uhr: 
Ich werde von der Mutter meiner Schülerin an einem Bahnhof aufgegabelt und wir fahren zur Schule. Währenddessen muss ich voll aufnahmefähig sein, da die Mutter immer sehr viele Anliegen und Wünsche an mich hat.

7:55 Uhr bis 13:55 Uhr: Unterricht. 
Auch und gerade in den Pausen der Schülerin habe ich Anwesenheitspflicht. Das heißt also keine Pause für mich. Nach der Schule werde ich von der Mutter der Schülerin wieder mit zum Bahnhof genommen. Und beantworte ihr natürlich 1000 Fragen, die sie zum Tag ihrer Tochter hat.

14:15 Uhr: Ich bin bei der Tagesmutter angekommen...
...und hole meine Kleine ab. Meistens freut sie sich sehr mich zu sehen, manchmal aber störe ich sie gerade in einem ihr wichtigen Spiel und sie ist sauer dass sie das jetzt wegen mir aufhören soll. 
Wieder bleibt Zeit für einen kurzen Austausch mit der Tagesmutter, wie der Tag meiner Prinzessin bisher so war.

14:35 Uhr: Wir kommen zu Hause an.  
Zeit für einen Kaffee für mich und einen Teller Obst oder sonstwas leckeres für meinen kleinen Wildfang.

15:00 Uhr bis 18:00 Uhr: Spielzeit oder Zeit für Einkäufe und das was eben zu erledigen ist. Manches im Haushalt macht sie mittlerweile total gerne mit, das versuche ich dann manchmal in diese Zeit zu legen. Meistens komme ich aber natürlich zu nichts. Ist auch egal, denn ich will diese Zeit mit meiner Tochter verbringen. Es ist eine meiner beiden Lieblingszeiten des Tages.

18:00 Uhr: Abendessen. 
Danach eventuell noch baden. Mir ist es sehr wichtig, dass wir diese einzige uns unter der Woche verbleibende richtige Mahlzeit gemeinsam am Tisch einnehmen.

18:30 Uhr: Zeit fürs Gute Nacht Ritual. 
Wir lesen eine Geschichte, ich singe ein paar Lieder und erzähle meiner Kleinen, was heute war und was morgen sein wird. Wir haben ja ein Familienbett, aber nach dem gute Nacht sagen gehe ich raus und sie schläft alleine ein.

19:00 Uhr: in der Regel schläft meine Süße. 
Glücklicherweise in der Regel meistens auch durch. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Ich beobachte jetzt seit Monaten schon, dass sie immer ein paar Nächte vor Vollmond nicht durch schläft und dann stundenlang wach ist. Kann natürlich auch Zufall sein. Kennt einer von euch so etwas auch? Die Tagesmutter sagt, das war bei ihr bei allen vier Kindern so...

19:00 Uhr bis 20:00 Uhr: Haushalt, das seit morgens ersehnte Duschen und was eben so anfällt. Oftmals habe ich auch noch Schriftkram wegen meiner Schülerin zu erledigen, dann kann es auch locker 21 Uhr werden.

20:00 Uhr mein persönliches Tageshighlight beginnt, der Feierabend kommt...

Ähnelt das euren Montagen? Oder geht es bei euch völlig anders zu? 

Freitag, 14. August 2015

Als Single Mama glücklich sein? Teil 1

Viele denken immer, als Alleinerziehende könnte man nicht glücklich sein. Wie die darauf kommen, weiß ich auch nicht so genau.




Hier kommt Teil eins meiner persönlichen Analyse. Gegliedert in die Punkte, die meiner Meinung nach relevant für die Fragestellung sind.

1) Glücklich ohne Partner, geht doch gar nicht, oder? 

Ich denke das ist erst mal eine Sache der Organisation und inneren Einstellung. Wenn man krampfhaft auf der Suche nach einem Partner ist oder ebenso krampfhaft versucht, seine Beziehung zum Kindesvater wieder hin bekommen, obwohl eigentlich schon klar ist, dass Hopfen und Malz verloren ist, wird man wahrscheinlich abends dasitzen und sich denken: "Und DAS soll jetzt mein Leben sein?"

Ohne Witz, ich kenne einige Paare, die sich nur noch fetzen. Wo jeden Tag mehr oder weniger aktuell die Frage im Raum steht: "Bringt unsere Beziehung noch was oder sollen wir uns lieber trennen?" Da geht es teilweise um die kleinsten Banalitäten wie zb. das Fernsehprogramm, die Abendgestaltung, den Haushalt...man was bin ich dann immer froh, dass ich DAS nicht habe! Ich weiß nicht, wie es in ein paar Jahren aussieht, ob ich mir da jemanden herbeisehne, aber momentan kann ich mit voller Überzeugung sagen, dass ich absolut nicht auf der Suche nach einer neuen Liebe bin.

Warum sollte mein Glück und meine innere Zufriedenheit auch ausschließlich von einer Beziehung abhängig sein? Ist die Liebe zu anderen nicht auch erfüllend? Zu seiner Familie, den Freunden, dem Kind?

Ich habe mir mittlerweile meinen Alltag so organisiert, dass sowohl meine Kleine als auch ich glücklich und zufrieden miteinander leben können. Dabei ist es mir auch wichtig, dass ich einiges für mich selbst tue. (Lies dazu doch bei weiterem Interesse auch DAS).

Natürlich kann ich nicht wissen, wie sehr ihr ihr Vater wirklich fehlt und ich habe wirklich alles gegeben, um ihr einen guten und konstanten Kontakt zu ermöglichen, doch wenn Papa nicht mitspielen möchte, kann ich das leider nicht erzwingen. Ich denke es war wichtig das zu erkennen und zu akzeptieren.


Original: www.Spruch-des-tages.org
















2) Ich nehme mir selber den Druck bei der Organisation...

Den Haushalt habe ich mir mittlerweile so eingeteilt, dass ich wenn ich Zeit habe immer ein bisschen erledigen. (Hier aus einem freien Google Book: Das Prinizip der Vier-Minuten-Aufgaben! Wer nicht extra lesen will: Es bedeutet, alles, was innerhalb kürzester Zeit erledigt werden kann wie zb. Wäsche waschen, Spülmaschine ausräumen, saugen etc...erledigt man SOFORT, denn dafür ist wirklich IMMER Zeit!)

Es gibt bei uns auch keine festen Waschtage und keine festen Putztage mehr. Ich sehe den Dreck und mache ihn weg. Das ist mein Leitsatz. In diesem Artikel erkläre ich übrigens, wie das für mich persönlich super klappt. Es ist bei uns zwar natürlich oft chaotisch aufgrund von herumfliegendem Spielzeug, aber stets sauber und gemütlich, ohne dass ich besonders viel Stress oder Zeit investiere!

3) Arbeit- entscheide selbst, wie wichtig sie dir ist und steh dann zu deiner Entscheidung!

Mit der Arbeit (anklicken für einen älteren Artikel zum Thema) habe ich es so gut wie möglich für uns beide organisiert. Mittlerweile bin ich unabhängig vom Amt oder sonstigen Hilfen. Klar, mehr Geld könnte man immer haben und die finanzielle Situation ist sicher für niemanden einfach, der Soloelternteil ist!

Ich habe viel Zeit für meine Kleine und zudem das tolle Gefühl, dass ihr die Tagesmutter, deren spezielle Förderung und die anderen Kinder dort sehr sehr gut tun. So habe ich absolut kein schlechtes Gewissen, arbeiten zu gehen. Und ich muss ehrlich zugeben, dass mir mein Job und das Stück Raum, das ich dort alleine für mich habe, gut tun.

Ich habe aber auch nicht die erste beste Betreuungsstelle ausgesucht und hätte, wenn ich niemanden gefunden hätte der uns zugesagt hätte, notfalls auch in Kauf genommen, ein Jahr länger bis zu Prinzessins Kindergarteneintritt  zu Hause zu bleiben und damit zu leben, eine Zeit lang Geld vom Amt zu bekommen. Das ist natürlich nicht toll und sicherlich keine Dauerlösung, aber für mich die bessere Alternative, als nie Zeit für mein Kind zu haben, mit einer Betreuung zu leben, bei der man kein gutes Bauchgefühl hat und das permanente Gefühl zu haben, sich dauernd aufzureiben und zehnteilen zu müssen. 

Das muss jeder für sich herausfinden, da kommt es auf viele Faktoren an.

Hier geht es weiter zu Teil 2, Thema zb. Vorurteile und wie man sich dagegen abhärtet


Mittwoch, 12. August 2015

Meine Glücks Formel

Ich weiß mittlerweile, dass ich einige Dinge für mich tun kann, um glücklich und zufrieden mit mir selbst zu sein. Was macht euch denn ausgeglichen und bringt euch innere Harmonie?
Hier also mal meine To Do Liste :-)

  • Was dich stört, das ändere. 
  • Hör auf, dir leid zu tun und Ausreden zu erfinden. Du selbst hältst es in der Hand. Du findest dich zu dick? Nimm ab! Informiere dich wie. Und ich rede hier nicht nur einfach, ich habe in den letzten anderthalb Jahren nach der Geburt 36 kg abgenommen. Wie? Ohne angesagte, angeblich wirksame Diäten! Bewegung und gesunde Ernährung!
  • Tu für dich was dir gut tut. Wenn das Kind schläft, arbeite nicht, sondern nimm dir Zeit für das, was du brauchst.
  • Hör auf, Energie zu verschenken und dich über andere aufzuregen. Lass sie einfach labern.
  • Jemand kritisiert dich konstruktiv? Super, nimm es dir an!
  • Geh raus. Beweg dich. Unterhalte dich.
  • Such dir gute Freunde, schieß falsche ab. Verschwende keine Energie in Menschen die dich runterziehen und dir nicht gut tun.
  • Überwinde deinen Schweinehund und pack die Dinge an. Das tut so gut.