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Montag, 11. Januar 2016

Als Single Mama glücklich sein? Teil 2

Hier geht es nun weiter mit der Erörterung, warum man nicht auch als Solomama glücklich sein sollte!

1) Vorurteile der anderen, jeder Alleinerziehende kennt sie und es geht so schnell...

Leider darf man heutzutage nicht mehr zu laut sagen, wenn man sich dafür entscheidet, noch etwas länger beim Kind zu bleiben und dafür z.B. eventuell auch Amtsgelder in Anspruch nehmen zu müssen.

 Man hat das Gefühl, grundsätzlich verurteilt zu werden sobald man äußert "ich bleibe noch ein Jahr bei meinem Kind und nehme dafür staatliche Hilfe in Kauf."

Ich finde, gerade was Soloelternteile betrifft, sollte niemand mit seinem Urteil darüber zu schnell sein. Von uns wird mittlerweile fast automatisch erwartet, Vollzeit arbeiten zu gehen, gleichzeitig einen perfekten Haushalt zu haben und eine tolle, ausgeruhte, gut aussehende, stets glückliche Mutter (oder natürlich auch Vater) zu sein. Doch wie soll man diesen Spagat schaffen, wenn einerseits erwartet wird, unabhängig von finanzieller Unterstützung zu leben und andererseits verurteilt wird, wer sein Kind zu früh, zu lange oder zu unkonstant, zb. wegen Schichtdienst, abgibt?

Und andere Möglichkeiten als diese beiden gibt es nicht. Es sei denn der Kinds Vater ist steinreich und hat Spendierhosen an. Womit ich persönlich sicher auch nicht ruhig und zufrieden leben könnte, so auf der Tasche meines Exs.

Dieses Aburteilen geht heute in Hartz 4 Zeiten einfach zu schnell. Da spielt es keine Rolle, ob man vorher 10 Jahre lang Vollzeit durchgearbeitet hat...wer Hartz 4 braucht, hat automatisch für viele den bekannten "Assi-Status." Da spielt die individuelle Geschichte absolut keine Rolle.

Genauso schnell ging das zumindest bei mir auch mit Vorurteilen und Meinungsbildung den Vater meiner Tochter betreffend.
"Nimm dem Armen doch sein Kind nicht weg..." ohne auch nur den Hauch einer Ahnung, was "der Arme" so getan hatte im Vorfeld, war das Harmloseste.

Da hilft nur, sich zu üben im "Hier-rein-da-raus".

Spruch-des-Tages.org
Leider schüren Serien wie zum Beispiel Alleinerziehend - ein 24 Stunden Job (natürlich kommt der Mist auf RTL2...) völlig falsche Vorurteile in den Menschen. Ich war so sauer als ich mir das angeguckt habe. Ich glaube, die haben mit Absicht einige der hilflosen Fälle ausgesucht und deren Probleme dramatisch aufgebauscht. Ich bin in einem Forum für Solomamas und Solopapas unterwegs und dort hat sich wirklich jeder über die falsche Darstellungsweise in dieser Serie schrecklich aufgeregt. Einige wurden von RTL2 gefragt, ob sie mitwirken wollen, jeder vernünftig denkende Mensch hat das aber abgelehnt.

Bei Interesse lies doch einmal diesen Artikel aus dem Blog "mutterseelenalleinerziehend" dazu. Oder auch den Beitrag, den "die Welt" dazu geschrieben hat. 

Unglaublich. 

2) Meine persönliche Lösung habe ich gefunden...

Ich denke für jedes Kind und jede Single Mutter (...Vater...) gibt es eine gute Lösung, mit der beide glücklich sein können. Ich habe lange nach dieser Möglichkeit gesucht und dafür einige Abstriche gemacht. Ich arbeite im Moment nur noch entfernt in meinem erlernten Beruf und auch nur 30 Stunden die Woche. In meinem alten Beruf, in dem ich hätte Schichtdienste machen müssen, was in meinen Augen mit einem Kleinkind nicht möglich ist, ohne dass jemand darunter leidet, habe ich trotz intensivem Suchen mit diesen Rahmenbedingungen keine Chance gehabt. 

So gehen wir um sieben aus dem Haus, ich bringe meine Kleine zur Tagesmutter, fange um acht an zu arbeiten und nach meinem Feierabend und zwei hole ich sie dort ab . Klar könnte ich mehr Geld haben, Geld ist immer gut, aber mir ist es sehr viel wichtiger, Zeit mit meiner Räuberin zu verbringen und wir kommen finanziell einigermaßen zurecht. 

Sicher, später wird sie mehr Ansprüche haben, das ist mir sonnenklar! Aber mit ihrem zunehmendem Alter werde ich ja auch wieder mehr arbeiten können. Ich denke, wir sind beide glücklich so wie es ist und ich denke auch es ist sehr wichtig, sich frühzeitig ein soziales Umfeld zu schaffen, auf das man im Notfall zurückgreifen kann. Ich bin froh das sie so tolle Großeltern hat und ich so tolle Freunde habe, die zu ihrem Umfeld gehören und die mir auch zwischendurch einmal eine Auszeit ermöglichen.

Für mich ist die Glücks Rangfolge eben so:

- Glückliches Kind
- Glückliche Mama
- Arbeit
- Alles andere

Wie ist deine?

3) Abschließende Worte :-)

Die meisten Soloelternteile die ich kenne, sind glücklich und häufig auch froh, ihre oft hoffnungslose Partnerschaft hinter sich gelassen zu haben. Sie stehen erfolgreich im Beruf, sind zufriedene Menschen, stehen voll hinter ihrer Verantwortung und ziehen tolle Kinder heranIch kenne auch kaum Soloelternteile, die wie so oft gesagt wird dem anderen Elternteil dem Umgang zum Kind verwehren wollen. Im Gegenteil, bei den allermeisten der mir bekannten Fälle ist es so, dass der andere Elternteil diese Verantwortung nicht wahrnehmen möchte und auch finanziell nur das Notwendigste zahlen möchte. Ich kann diese Elternteile absolut nicht verstehen, denn schließlich ist es ihr eigen Fleisch und Blut, welches sie da so gleichgültig abservieren.

Wir sollten vielleicht alle etwas toleranter werden und uns nicht von Klischees und falschen Darstellungsweisen beeindrucken lassen. Und mehr auf unser Herz hören und auf das, was es uns sagen will.

Glücklich sein als Solomama oder Papa ist wohl also eine gelungene Mischung aus allen lebensrelevanten Gebieten. Bist du ein Karrieretyp? Gut, dann schau, dass dein Kind eine tolle Betreuung hat und dass du deinen Kram organisiert bekommst.
Du willst sooo gerne noch bei deinem Kind bleiben, aber alle sagen "du musst doch wieder arbeiten"? Scheiß auf die anderen!

Gerade als Alleinerziehender ist es sowieso unabdinglich, sich andere Meinungen, die ja jeder Hinz und Kunz meint, äußern zu müssen, nicht mehr so zu Herzen zu nehmen, wenn man wirklich glücklich sein möchte. Und ja, wir DÜRFEN glücklich sein. Warum denn bitte auch nicht? 




Donnerstag, 24. September 2015

Unser größter Wunsch...mehr Mobilität

Okay. Eigentlich müsste ich sagen MEIN größter Wunsch, weil meine kleine Prinzessin zwar mit anderthalb sehr sprachgewandt ist, aber natürlich noch nicht in der Lage ist, ihren größten Wunsch zu formulieren. Darum habe ich mir mal ihren Kopf zerbrochen ;-)

So habe ich aufgrund einer Einladung zu einer Bloggerparade mit dem Thema "Wir lassen Kinderträume wahr werden" sehr lange und sorgfältig überlegt, was meiner Kleinen wohl langfristig die größte Freude machen könnte. Da gäbe es sicher einiges an Spielzeug, Inneneinrichtung, Kinderzimmergestaltung und so weiter und so fort, aber was würde ihr wohl in ihrem Kinder-und Jugendalter am meisten Zufriedenheit verschaffen? Was könnte ihr wirklich eine sinnvolle Freude, Hilfe und Unterstützung bieten?

Unser aktuell hauptsächliches Fortbewegungsmittel
Dazu muss ich erstmal kurz etwas ausholen:
Ich habe in meiner Vergangenheit eher düstere Erfahrungen mit dem Thema Führerschein gemacht. Ungern erinnere ich mich an etliche Fahrstunden bei einem fast im Rentenalter angekommenen Fahrlehrer, der wohl nicht viel Lust hatte, sich mit Engagement mit mir zu beschäftigen. Er schrie nur rum, war gemein zu mir und sagte, dass ich es niemals schaffen würde, diesen Lappen zu bekommen, weil meine Einschätzung von Entfernungen sowie meine (als Linkshänder oft vorhandene...) Rechts-Links-Schwäche zu gravierend seien.
Da ich jung und noch recht naiv war, glaubte ich ihm aufs Wort. Nach jeder Fahrstunde war ich am Heulen und am Boden zerstört.
Diese Erfahrung war so gravierend, dass ich nie wieder in Angriff nahm, es erneut zu versuchen.


Kann ich wirklich nicht Auto fahren?


Zur Ergänzung lässt sich noch sagen, dass die Fahrschule später sehr schlechte Bewertungen bekam, weil sie wohl häufig versuchte, jungen und unerfahrenen Fahrschülern unnötig viele Fahrstunden aufzuschwatzen mit der Begründung, sie würden es nie lernen, wenn dann nur mit ganz viel Übung.
Mittlerweile haben die auch zugemacht.

An dieser Erfahrung hatte ich wirklich immer zu knapsen. Es konnte doch nicht sein, dass ich, die ich doch sonst wahrlich nicht auf den Kopf gefallen bin, diesen verdammten Führerschein nicht schaffen konnte. Unzählige Menschen sagten mir auch, dass die Probleme, die ich hatte, mit der Fahrerfahrung weggehen oder sich zumindest stark verbessern.

Trotzdem traute ich mich nie, das wieder anzugehen aus Angst, der Fahrlehrer könnte doch Recht gehabt haben und ich würde es erneut nicht schaffen!

Nun aber bin ich Mutter und habe Verantwortung. Seitdem spiele ich im Kopf immer wieder mit dem Gedanken, in wie vielen Beziehungen meine Tochter (und ich) es leichter hätten, wenn ich Auto fahren könnte:


  • Wir wohnen in einem Stadtteil mit dorfähnlichen Busverbindungen. Selbst um z.B. in die Innenstadt (knappe 8 km) zu gelangen, müssen wir mindestens 50 Minuten mit zweimal Umsteigen fahren. Wie soll das werden, wenn meine Kleine älter wird und ihre Freunde treffen möchte? Das wird sie doch frustrieren, wenn sie da erstmal stundenlang durch die Weltgeschichte eiern muss. Es frustriert ja mich als Erwachsene schon oft! Ich würde schon gerne die Möglichkeit haben, da später auch mal Taxi spielen zu können! 
  • Ich könnte sehr viel mehr Geld verdienen, wenn ich einen Führerschein hätte, da sich damit der ganze Bereich der ambulanten Pflege für mich auftun würde. Auch in vielen sonstigen Einrichtungen wird der Führerschein vorausgesetzt. Außerdem wären viele Entfernungen, die ich im Moment einfach nicht bewältigen kann und wegen denen ich etliche tolle Stellen ablehnen musste, einfach viel leichter machbar. 
  • Mehr Geld für mich = sorgenfreieres Leben für meine Prinzessin und die Möglichkeit, ihr viele viele Wünsche zu erfüllen!
  • Die Freizeitgestaltung wäre leichter. Im Moment muss ich ja tierisch viel Zeit nur für die Fahrten kalkulieren. Überhaupt geht ein großer Teil unserer Zeit für das ewige Fahren drauf. Wer will schon nur drin oder in der nächsten Umgebung seine Zeit verbingen? Wir definitiv nicht! Wir fahren viel mit dem Fahrrad, aber alles ist damit eben auch nicht machbar. Gerade da wir hier in einer Umgebung mit sehr vielen Höhenmetern leben.
  • Tägliche Erledigungen, vor allem aber das Einkaufen, würden wesentlich weniger Zeit in Anspruch nehmen.
  • Weniger Zeit für Alltagskram = mehr Zeit für meine Tochter!
  • Urlaube müssten nicht mehr danach geplant werden, ob das Ziel mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar ist. Selbst WENN es das ist, könnten wir auch viel mehr Sachen einpacken. Denn im Moment muss ein großer Rucksack reichen.
  • Alles in Allem wären wir einfach unabhängiger und freier in unseren Planungen.

Aus diesen ganzen Gründen glaube ich, dass ich meiner Kleinen mit einem Führerschein langfristig die größte Freude machen könnte.
Ja, es fällt mir tierisch schwer, das nochmal anzugehen. Aber ich bin sicher, ich schaff das!

Da ich das Geld, was wir haben, für den Monat benötige und außerdem für meine Prinzessin spare, habe ich einfach keine Kohle, um das anzugehen! Ein wenig konnte ich trotzdem schon zur Seite legen, ich denke ich bräuchte 1000-1500€, um ernsthaft diesen Plan in die Tat umsetzen zu können.

Da kam mir dieses Gewinnspiel gerade recht :-)

Bitte votet HIER für die Unabhängigkeit meiner kleinen Prinzessin von den öffentlichen Verkehrsmitteln!



Dienstag, 8. September 2015

Ein typischer Montag als Solomama

6:00 Uhr: Der Wecker klingelt.
Dabei habe ich noch keine brauchbare Möglichkeit gefunden wie ich es schaffen kann, dass meine Kleine dabei nicht wach wird (Familienbett...). Ich denke jetzt als letzte mir bekannte Möglichkeit über ein Weckerarmband mit Vibrationsalarm nach. Denn es wäre super, ja nicht nur super sondern wirklich ein großer Traum, alleine einen Kaffee zu trinken und mich fertig zu machen, bevor die Räuberprinzessin mir dann permanent an den Beinen hängt. Wenn jemand also alternative Tipps hat, bitte her damit! 

6:15 Uhr: ich bin komplett fertig.
Mit Zähneputzen, anziehen, Haare machen und allem was dazugehört. Oftmals auch mit den
Nerven ;-)
Denn das ist meistens der Zeitpunkt, den ich unter der Woche am wenigsten mag!!
Früher war ich ein absoluter Morgenduscher, das kann ich mittlerweile natürlich total vergessen. (Es sei denn natürlich ich möchte gerne ein schreiendes Kind vor der Dusche stehen haben, welches mit den Händen meine voll verglasten Duschwände abpatscht. Mitduschen ist für sie momentan noch keine Option...)

Während ich mich also ohne die oft heiß ersehnte Dusche fertig gemacht habe, habe ich natürlich mein quengeliges Kind, dem es gar nicht passt, dass ich gerade etwas ohne sie machen muss, am Rockzipfel hängen, also lenke ich sie währenddessen geschickt ab, indem ich ihr x Mal die ganzen Gegenstände, die sie in der Zeit in die Badewanne geschmissen hat, (der Toilettendeckel hat mittlerweile einen Verschluss...) wieder auf den Rand zum erneuten Versenken stelle. Gerade morgens kann sie es gar nicht ab, wenn Mama etwas anderes macht, als sich auf sie zu konzentrieren. Ich tröste mich aber damit, dass das ja eigentlich mit zunehmendem Alter und Verständnis nur besser werden kann.


6:15 Uhr bis 6:30 Uhr: ich trinke schnell einen Kaffee und richte das Frühstück für meine Kleine. 
In der Zeit trinkt sie eine Milch. Hunger hat sie so früh noch nicht. Das finde ich eigentlich schade, denn ich würde gerne mit ihr frühstücken und hätte dann auch mehr Zeit für meinen unverzichtbaren Kaffee.

6:30 Uhr bis 6:50 Uhr: ich mache das mittlerweile äußerst gut gelaunte und gesprächige Kleinkind fertig. 
Sie ist so gut gelaunt und gesprächig, dass sie zu 1000 Scherzen aufgelegt ist, dabei aber wenig Lust auf Anziehen, Waschen  und Zähneputzen hat. Da bin ich aber äußerst entschlossen. Sie muss das schließlich lernen. Wenn ich schön dabei singe, geht's entschieden besser, habe ich Morgenmuffel allerdings nicht immer sooo die Lust zu um diese Uhrzeit :-)

6:50 Uhr: Wir machen uns auf den Weg zur Bushaltestelle.

7:10 Uhr: Ankunft bei der Tagesmutter. 
Ich liefere meinen Sonnenschein ab. Es bleiben noch 10 Minuten Zeit für einen kurzen Wortwechsel und eine ausführliche, von der Seite meine Tochter mittlerweile recht schmerzfreie Verabschiedung.

7:23 Uhr: Ich nehme meinen Bus zur Arbeit.

7:45 Uhr: 
Ich werde von der Mutter meiner Schülerin an einem Bahnhof aufgegabelt und wir fahren zur Schule. Währenddessen muss ich voll aufnahmefähig sein, da die Mutter immer sehr viele Anliegen und Wünsche an mich hat.

7:55 Uhr bis 13:55 Uhr: Unterricht. 
Auch und gerade in den Pausen der Schülerin habe ich Anwesenheitspflicht. Das heißt also keine Pause für mich. Nach der Schule werde ich von der Mutter der Schülerin wieder mit zum Bahnhof genommen. Und beantworte ihr natürlich 1000 Fragen, die sie zum Tag ihrer Tochter hat.

14:15 Uhr: Ich bin bei der Tagesmutter angekommen...
...und hole meine Kleine ab. Meistens freut sie sich sehr mich zu sehen, manchmal aber störe ich sie gerade in einem ihr wichtigen Spiel und sie ist sauer dass sie das jetzt wegen mir aufhören soll. 
Wieder bleibt Zeit für einen kurzen Austausch mit der Tagesmutter, wie der Tag meiner Prinzessin bisher so war.

14:35 Uhr: Wir kommen zu Hause an.  
Zeit für einen Kaffee für mich und einen Teller Obst oder sonstwas leckeres für meinen kleinen Wildfang.

15:00 Uhr bis 18:00 Uhr: Spielzeit oder Zeit für Einkäufe und das was eben zu erledigen ist. Manches im Haushalt macht sie mittlerweile total gerne mit, das versuche ich dann manchmal in diese Zeit zu legen. Meistens komme ich aber natürlich zu nichts. Ist auch egal, denn ich will diese Zeit mit meiner Tochter verbringen. Es ist eine meiner beiden Lieblingszeiten des Tages.

18:00 Uhr: Abendessen. 
Danach eventuell noch baden. Mir ist es sehr wichtig, dass wir diese einzige uns unter der Woche verbleibende richtige Mahlzeit gemeinsam am Tisch einnehmen.

18:30 Uhr: Zeit fürs Gute Nacht Ritual. 
Wir lesen eine Geschichte, ich singe ein paar Lieder und erzähle meiner Kleinen, was heute war und was morgen sein wird. Wir haben ja ein Familienbett, aber nach dem gute Nacht sagen gehe ich raus und sie schläft alleine ein.

19:00 Uhr: in der Regel schläft meine Süße. 
Glücklicherweise in der Regel meistens auch durch. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Ich beobachte jetzt seit Monaten schon, dass sie immer ein paar Nächte vor Vollmond nicht durch schläft und dann stundenlang wach ist. Kann natürlich auch Zufall sein. Kennt einer von euch so etwas auch? Die Tagesmutter sagt, das war bei ihr bei allen vier Kindern so...

19:00 Uhr bis 20:00 Uhr: Haushalt, das seit morgens ersehnte Duschen und was eben so anfällt. Oftmals habe ich auch noch Schriftkram wegen meiner Schülerin zu erledigen, dann kann es auch locker 21 Uhr werden.

20:00 Uhr mein persönliches Tageshighlight beginnt, der Feierabend kommt...

Ähnelt das euren Montagen? Oder geht es bei euch völlig anders zu? 

Samstag, 15. August 2015

Warum die Suche nach der richtigen Betreuung für meine Räuberprinzessin nicht leicht war

Was habe ich Energie ver(sch)wendet, um die richtige Betreuung für meine Kleine zu finden. Es war ein langer (drei Monate andauernder) Weg durch Krippen und Tagesmütter, durch Eingewöhnungen und Eingewöhnungsabbrüche. 

Ich hätte im Leben keine Arbeit angenommen, wenn ich Bauchschmerzen wegen der Betreuung meiner Tochter gehabt hätte. Der erste Versuch war eine Kinderkrippe, wo ich erst einen guten Eindruck hatte. 
Nachdem ich aber dort zu Eingewöhnung mit meiner Räuberin war und festgestellt hatte, dass sie die Kleinen lange weinen ließen ohne sie hochzunehmen und zu trösten, sobald die Eltern weg waren (und wir sprechen hier von einjährigen oder noch jüngeren Kindern...) und dabei auch die Meinung vertraten, dass die Kinder dies bräuchten, um selbständig zu werden und sich abzunabeln, war diese Einrichtung für uns schon nach zwei Tagen Engewöhnung wieder gestorben. Ich bin nämlich der Meinung, so kleine Kinder darf man nicht lange weinen lassen! Niemals und unter gar keinen Umständen! Ebenfalls ja wieder ein heißumstrittenes Thema ("jedes Kind kann schlafen lernen" und so...) 

Vor allem haben sie die betreffenden Eltern darüber auch gar nicht informiert, als die ihre Kinder abholen kamen. Das stieß mir auch sehr übel auf. Aber vielleicht hatten sie den Eltern ja auch schon vorher klargemacht, dass sie sich so verhalten würden und die Eltern fanden es nicht schlimm oder sogar richtig?

Hinterher hatte ich noch riesigen Ärger mit denen. Ich musste nämlich schon zu Beginn der Eingewöhnung einen Wisch unterschreiben, dass ich den Platz in Anspruch nehmen möchte und eine Kaution hinterlegen, die sich dann bei Krippeneintritt (ein ganzes Jahr später hätte meine Süße da erst hingesollt) mit dem Geld für die Mittagsmahlzeit verrechnen würde.
Hab ich auch gemacht...wir reden gerade von 120€!

Als ich dann gesagt habe, dass meine Kleine dort nicht hinkommt, wollten die die Kaution nicht wieder rausrücken, denn angeblich hätten andere Eltern (ein ganzes Jahr vorher wieder abgemeldet, ist klar...) wegen uns nicht die Möglichkeit zur Anmeldung gehabt, weswegen sie die Kaution komplett einbehalten wollten.
Nicht mit mir natürlich, habe ein höfliches Schreiben aufgesetzt (in sowas bin ich sehr gut) und eine Frist gegeben, bis wann das Geld spätestens zurückgezahlt werden soll. Unausgesprochene Drohung, sonst mit einem Anwalr dort aufzukreuzen. Hat gut gewirkt, kurze Zeit danach fand ich die komplette Kaution fristgerecht auf meinem Konto wieder ;-)


Die zweite Tagesmutter packte sich die Kinder (das Älteste zwei!) für meinen Geschmack richtig grob am Oberarm und zog sie zu sich heran, um sie dann an zu schreien, wenn sie in ihren Augen etwas falsch gemacht hatten (wir reden von Nichtigkeiten wie zb. der eine Zweijährige hatte nicht gefragt, bevor er sich ein zweites Stück Obst genommen hatte...). Das war für mich nach einem Tag Eingewöhnung sofort wieder Geschichte. Natürlich habe ich sofort etwas gesagt, daraufhin meinte sie nur, das sei Pädagogik und mit fünf löeinen Kindern müsse man sich eben durchsetzen können. Keine Frage, aber so?

Ebenso hat mich bei ihr nachdenklich gemacht, dass sie bei mir ständig über die Eltern der anderen Kinder herzog, auch während deren Nachwuchs genau daneben saß...eine gute Tagesmutter sollte in meinen Augen doch eine gewisse Toleranz ihren "Kunden" gegenüber aufweisen und, wenn sie schon dringend lästern muss, dies nicht in Gegenwart der Kinder oder anderer Eltern tun. Ich habe sie darauf auch angesprochen, woraufhin sie äußerst patzig und kritikunfähig reagierte. Ein weiterer Minuspunkt.

Ich dachte mir auch wie geht sie mit den Kindern um wenn keiner dabei ist, wenn sie sich schon so verhält WENN jeemand zuschaut?

Mittlerweile hat sie ihre Lizenz verloren, weil außer mir sich auch andere Mütter über sie beschwert haben beim Jugendamt. Es ist mir unbegreiflich, wie die Eltern, die ihre Kinder dort schon hatten, das nicht sehen konnten und ihre Kinder da lassen konnten! Das kann ich mir nur dadurch erklären, dass sie so verzweifelt einen Platz brauchten, um arbeiten gehen zu können und da vielleicht über vieles hinweg gesehen haben.

Es folgten drei weitere Anläufe bei zwei Tagesmüttern und einem Tagesvater, der toll war, aber leider paßte es wegen irgendwelchen organisatorischen Dingen (Zeiten, Weglänge, Verbindungsprobleme mit dem ÖVP) nicht.

Ich war eigentlich schon an dem Punkt, es aufzugeben und, was ich in meinem Leben nie wollte, ein Jahr Unterstützung vom Amt in Kauf zu nehmen, um noch ein zweites Jahr mit meiner Kleinen zu Hause bleiben zu können. Dann hätte sie danach ja schon ihren Kindergartenplatz sicher gehabt.


Dann gerieten wir an unsere jetzige Tagesmutter. Das war ein absoluter Glücksgriff und vor allem ein absoluter Zufall. Normalerweise ist sie schon Monate vorher ausgebucht. Man hat keine Chance einen Platz zu bekommen, wenn man ihn nicht schon in der Schwangerschaft anmeldet. Da ich aber schon aus der Gemeinde mit ihr bekannt war und ein Kind plötzlich früher dort weg ging, weil es früher als erwartet in den Kindergarten kam, bot sie mir einen kurzfristigen Platz an, nachdem ich durch einen weiteren absoluten Zufall über die Situation in der wir steckten mit ihr ins Gespräch gekommen war.

Wir konnten dann auch gleich mit der Eingewöhnung loslegen. Es lief völlig reibungslos, meine Prinzessin und die Tagesmutter liebten sich gleich auf den ersten Blick! Die anderen Kinder, wovor ich etwas Angst hatte, da meine Kleine etwas ängstlich und schüchtern anderen Kindern gegenüber war (ist nach einem halben Jahr dort rein gar nichts mehr von zu spüren...) mochte sie auch und ich konnte ungeplant schon nach vier Tagen Eingewöhnung für eine Stunde gehen, völlig ohne Weinen, obwohl meine Süße vorher immer super anhänglich war und ich eigentlich nie auch nur den Raum wechseln konnte ohne sie!

Meine Weggehzeiten wurden immer länger und nach drei Wochen war die Eingewöhnung abgeschlossen und mein Kind wirkte mit der Situation völlig im Reinen.
Die Tagesmutter ist aber auch wirklich ein Traum! Bei so gut wie jedem Wetter sind die Kinder draußen, auch oft unterwegs in Krabbelgruppen, Zoos oder Tierparks, sie singt und spielt mit ihnen, ihre pädagogischen Methoden finde ich toll (ich habe noch nie mitbekommen, dass sie einem der Kinder gegenüber auch nur die Stimme erhoben hat, trotzdem ist sie konsequent, sie hat klare Regeln und Grenzen), sie kocht super, hat selber vier ältere Kinder, es ist wie eine richtige Großfamilie!

Wie waren denn eure Erfahrungen mit Tagesmüttern, Krippe und Co?


Warum wir unser Familienbett so lieben...

Es ist ja oft so, dass man, bevor man Kinder bekommt, genauestens wusste, wie man vorhat, sie zu erziehen und mit ihnen umzugehen. Am Ende, wenn man dann wirklich Mutter oder Vater ist, läuft doch alles völlig anders. Zumindest gilt das für mich. Letztens habe ich dazu noch so einen Spruch gelesen, der ging ungefähr so: "Wenn du mit der Erziehung deines Kindes nicht weiterweisst, frag Leute ohne Kinder, die wissen das!" 

Fand ich äußerst passend. 

Genau so war es auf jeden Fall bei uns mit dem Familienbett. Vorher, also auch noch in der Schwangerschaft, habe ich immer gesagt, das käme für mich nie im Leben infrage. Mittlerweile, nach 18 Monaten glücklichen Beisammenseins, schlafen wir immer noch und fast von Beginn an in einem Bett und sind damit äußerst zufrieden. Da stehe ich auch voll und ganz dahinter, wenn ich...mal wieder...für dieses Thema Kritik einstecken darf. Denn auch das ist so ein Reizthema, wo alle eine Meinung zu haben und dann die eigene natürlich auch die allgemein richtige ist. 

Viele Vorurteile zum Familienbett kann man mittlerweile klar und deutlich widerlegen. Es gibt sogar Berichte darüber, dass die zusätzliche Nähe dem Kind sehr gut tut. 

Am Anfang fand ich es einfach nur praktisch. Beim Stillen musste ich nicht mehr aufstehen und das Baby aus seinem Bett nehmen. Kurz gestillt und weiter geschlafen. Beide. 
Schnell begann ich dann auch, ihrer Nähe zu genießen. Da unser Bett 2×2 m breit ist und jeder wirklich Platz für sich hat, hatte ich auch wenig Angst vor häufig aufgeführten Risiken wie dem plötzlichen Kindstod und anderem. Auch Vorteile wie du bekommst das Kind doch nie mehr aus deinem Bett hinaus halte ich für völligen Quatsch. Ich denke, spätestens wenn sie einen Freund hat, möchte sie wohl nicht mehr mit mir in einem Bett schlafen ;-) 

Wir schlafen beide durch und das war schon ab dem dritten Monat so! Alle beide wachen wir ausgeruht auf und kommen uns beim Schlafen komischerweise auch nie in die Quere. Ok, ich musste auch einige Abstriche machen: Lesen im Bett ist nicht mehr möglich. Wobei das allerdings nicht am Licht liegt, sondern am Umblättern der Seiten. Es ist ein Phänomen: von Fernsehen, Gewittern, der Haustürklingel, Telefonaten und anderem lauten Zeugs wird die kleine Räuberprinzessin niemals wach, aber das Umblättern einer Seite, egal wie leise, läßt sie sofort ihre Funkelperlenaugen aufschlagen. 
Und da ich ein absoluter "Bettleser" und auch allgemein eine absolute Leseratte bin, fiel es mir sehr schwer, darauf nun zu verzichten. 

Aber auch dafür gab es eine Lösung, nämlich den mir früher immer verhassten E-Reader. Nun kann ich in Ruhe im Bett lesen und habe alles was ich brauche. Wieder erwarten habe ich mich äußerst schnell an meinen Tolino gewöhnt und mag ihn mittlerweile sogar richtig :-)

Sollte ich einmal doch noch einen festen Partner haben würde er das mit dem Familienbett wahrscheinlich nicht akzeptieren, was ja auch absolut verständlich ist. Dann muss man weiter sehen. Ist eh im Moment kein Thema für mich. 

Ich habe trotzdem vor, in nächster Zeit im Zimmer meiner Süßen ein Kinderbett aufzustellen, dies attraktiv zu gestalten mit Sternenhimmel, toller Bettwäsche und so und darauf zu bauen, dass sie irgendwann total gerne darin schlafen möchte. Ob das klappt weiß ich natürlich noch nicht. Es ist mir aber auch nicht so wichtig. Sie soll aber die Möglichkeit haben, sich bewußt für ihr eigenes Bett zu entscheiden, ich werde sie dann natürlich jederzeit dort schlafen lassen.

Über weitere Vorurteile und überhaupt über das Familienbett kann man übrigens diesen Artikel aus dem Blog gewuenschtestes-wunschkind.de (ich liebe dieses Blog) lesen. Ich denke auch bei diesem Thema muss jeder den Weg finden, mit dem alle Familienmitglieder glücklich sind. Da gibt es kein gut oder schlecht sondern nur wie sind wir alle möglichst ausgeruht und wie kriegen den meisten Schlaf. Denn guter Schlaf ist wirklich das A und O. Wenn da die Lösung das Kinderbett im eigenen Kinderzimmer ist es doch genauso völlig ok. aber wenn sich doch alle wohl fühlen im gemeinsamen Bett, warum sollte das doch nicht in Ordnung sein?

Schreibt mir doch, was ihr mit diesem Thema für Erfahrungen gemacht habt wenn ihr mögt! Da würde ich mich sehr freuen :-)

Freitag, 14. August 2015

Als Single Mama glücklich sein? Teil 1

Viele denken immer, als Alleinerziehende könnte man nicht glücklich sein. Wie die darauf kommen, weiß ich auch nicht so genau.




Hier kommt Teil eins meiner persönlichen Analyse. Gegliedert in die Punkte, die meiner Meinung nach relevant für die Fragestellung sind.

1) Glücklich ohne Partner, geht doch gar nicht, oder? 

Ich denke das ist erst mal eine Sache der Organisation und inneren Einstellung. Wenn man krampfhaft auf der Suche nach einem Partner ist oder ebenso krampfhaft versucht, seine Beziehung zum Kindesvater wieder hin bekommen, obwohl eigentlich schon klar ist, dass Hopfen und Malz verloren ist, wird man wahrscheinlich abends dasitzen und sich denken: "Und DAS soll jetzt mein Leben sein?"

Ohne Witz, ich kenne einige Paare, die sich nur noch fetzen. Wo jeden Tag mehr oder weniger aktuell die Frage im Raum steht: "Bringt unsere Beziehung noch was oder sollen wir uns lieber trennen?" Da geht es teilweise um die kleinsten Banalitäten wie zb. das Fernsehprogramm, die Abendgestaltung, den Haushalt...man was bin ich dann immer froh, dass ich DAS nicht habe! Ich weiß nicht, wie es in ein paar Jahren aussieht, ob ich mir da jemanden herbeisehne, aber momentan kann ich mit voller Überzeugung sagen, dass ich absolut nicht auf der Suche nach einer neuen Liebe bin.

Warum sollte mein Glück und meine innere Zufriedenheit auch ausschließlich von einer Beziehung abhängig sein? Ist die Liebe zu anderen nicht auch erfüllend? Zu seiner Familie, den Freunden, dem Kind?

Ich habe mir mittlerweile meinen Alltag so organisiert, dass sowohl meine Kleine als auch ich glücklich und zufrieden miteinander leben können. Dabei ist es mir auch wichtig, dass ich einiges für mich selbst tue. (Lies dazu doch bei weiterem Interesse auch DAS).

Natürlich kann ich nicht wissen, wie sehr ihr ihr Vater wirklich fehlt und ich habe wirklich alles gegeben, um ihr einen guten und konstanten Kontakt zu ermöglichen, doch wenn Papa nicht mitspielen möchte, kann ich das leider nicht erzwingen. Ich denke es war wichtig das zu erkennen und zu akzeptieren.


Original: www.Spruch-des-tages.org
















2) Ich nehme mir selber den Druck bei der Organisation...

Den Haushalt habe ich mir mittlerweile so eingeteilt, dass ich wenn ich Zeit habe immer ein bisschen erledigen. (Hier aus einem freien Google Book: Das Prinizip der Vier-Minuten-Aufgaben! Wer nicht extra lesen will: Es bedeutet, alles, was innerhalb kürzester Zeit erledigt werden kann wie zb. Wäsche waschen, Spülmaschine ausräumen, saugen etc...erledigt man SOFORT, denn dafür ist wirklich IMMER Zeit!)

Es gibt bei uns auch keine festen Waschtage und keine festen Putztage mehr. Ich sehe den Dreck und mache ihn weg. Das ist mein Leitsatz. In diesem Artikel erkläre ich übrigens, wie das für mich persönlich super klappt. Es ist bei uns zwar natürlich oft chaotisch aufgrund von herumfliegendem Spielzeug, aber stets sauber und gemütlich, ohne dass ich besonders viel Stress oder Zeit investiere!

3) Arbeit- entscheide selbst, wie wichtig sie dir ist und steh dann zu deiner Entscheidung!

Mit der Arbeit (anklicken für einen älteren Artikel zum Thema) habe ich es so gut wie möglich für uns beide organisiert. Mittlerweile bin ich unabhängig vom Amt oder sonstigen Hilfen. Klar, mehr Geld könnte man immer haben und die finanzielle Situation ist sicher für niemanden einfach, der Soloelternteil ist!

Ich habe viel Zeit für meine Kleine und zudem das tolle Gefühl, dass ihr die Tagesmutter, deren spezielle Förderung und die anderen Kinder dort sehr sehr gut tun. So habe ich absolut kein schlechtes Gewissen, arbeiten zu gehen. Und ich muss ehrlich zugeben, dass mir mein Job und das Stück Raum, das ich dort alleine für mich habe, gut tun.

Ich habe aber auch nicht die erste beste Betreuungsstelle ausgesucht und hätte, wenn ich niemanden gefunden hätte der uns zugesagt hätte, notfalls auch in Kauf genommen, ein Jahr länger bis zu Prinzessins Kindergarteneintritt  zu Hause zu bleiben und damit zu leben, eine Zeit lang Geld vom Amt zu bekommen. Das ist natürlich nicht toll und sicherlich keine Dauerlösung, aber für mich die bessere Alternative, als nie Zeit für mein Kind zu haben, mit einer Betreuung zu leben, bei der man kein gutes Bauchgefühl hat und das permanente Gefühl zu haben, sich dauernd aufzureiben und zehnteilen zu müssen. 

Das muss jeder für sich herausfinden, da kommt es auf viele Faktoren an.

Hier geht es weiter zu Teil 2, Thema zb. Vorurteile und wie man sich dagegen abhärtet


Mittwoch, 12. August 2015

Wie ich meinen Haushalt perfekt organisiere, ganz ohne Streß

Ich habe mittlerweile meinen Weg gefunden, mich mit dem Haushalt nicht mehr so zu stressen. Hier kommt für euch meine Haushalts Trickkiste ;-)

  1. Ich vermeide feste Tage. Ein fester Wasch- oder Putztag mag zwar Vorteile haben, am Ende blickt man dann aber doch meistens dem Tag mit Grauen entgegen, weil so viel erledigt werden muss und sowieso ja wieder etwas dazwischen gekommen ist, das kennt ihr sicher, oder?
  2. Ich überwinde jederzeit meinen inneren Schweinehund. Was gemacht werden muss mach ich sofort und schiebe es nicht lange raus. Wenn ich zb. sehe, dass dieses Fach im Kühlschrank schmutzig geworden ist, denke ich mir nicht: "das muss ich heute Abend erledigen", sondern mache es SOFORT. Meistens fallen so nur Kleinigkeiten an und mal ehrlich, das schafft man auch mit Kind! Am Anfang im Tragetuch oder auf der Krabbeldecke immer in der Nähe und später so:
  3. Ich zeige meiner Tochter, dass der Haushalt erledigt werden muss und dass ich mir dafür gerade etwas Zeit nehme. Ich lasse sie mithelfen, damit sie sich nicht ausgeschlossen fühlt! Zum Beispiel kriegt sie einfach ein Lappen, wenn ich putze, lasse sie an der Spüle plantschen, wenn ich das Geschirr gerade in die Spülmaschine räume, gebe ihr ein paar kleine Töpfe und/oder Kochlöffel wenn ich koche, wenn ich Wäsche aufhänge, kann sie mir die Teile angeben oder beim Waschen in die Maschine räumen und sie hat dabei ohne Ende Spaß. Sie freut sich, wenn sie das Gefühl hat, mir helfen zu können. Ich räume abends mit ihr gemeinsam auf. Natürlich ist das am Anfang für mein Kleinkind alles nur Spaß, aber sie lernt auf Dauer etwas durchaus Sinnvolles dabei, nämlich, dass Arbeit erledigt werden muss und dass Ordnung wichtig ist. Mittlerweile ist sie anderthalb und redet schon recht viel. Ich sage ihr, dass ich kurz etwas arbeiten muss und frage sie, ob sie mir helfen möchte und mittlerweile ist ihr das meistens zu langweilig und sie zieht das Spielen dem Helfen vor...Ein toller Fang war mein Learning Tower. Da können die Kleinen, sobald sie sicher stehen können, drinstehen und sind in gleicher Höhe wie man selbst. Hier ist eine super Anleitung zum Nachbauen. Selbst ich mit meinen zwei linken Händen bei handwerklichen Sachen habe es völlig alleine geschafft!

    So sieht das Ding aus!
  4. Wer keinen Wäschetrockner hat, hängt am besten die Wäsche sofort nach dem Waschen gründlich auf. Das erspart bügeln und verhindert unnötige Falten. Man muss wirklich heutzutage sowieso seine Zeit kaum noch oder gar nicht mehr ans Bügeln verschwenden, finde ich. Außer natürlich es macht einem Spaß, was bei mir jedoch absolut nicht der Fall ist. 
  5. Kochen. Ich koche für mehrere Tage. Wenn es Nudeln mit Bolognese gab, mache ich am nächsten Tag Bratnudeln oder Nudelsalat. 
  6. Einkaufen. Ich kaufe grundsätzlich nicht mehr ein, wenn ich gerade Hunger habe. Außerdem kaufe ich konsequent nur das, was auf meiner Einkaufsliste steht. Einmal in der Woche wird ein Essensplan gemacht. Spart Geld und Nerven.
  7. Kisten, Kartons und andere Aufbewahrungsbehälter, schön beschriftet, helfen unheimlich, das Chaos im Überblick zu behalten! 
  8. Die größeren, seltener anfallenden Arbeiten wie Fenster putzen und so sind das Einzige, was ich mache, wenn die Kleine gerade schläft. Ansonsten ist ihre Schlafenszeit knallhart meine Relaxzeit.
Ich schätze, dass ich so völlig ohne Streß und Druck vielleicht jeden Tag HÖCHSTENS eine halbe Stunde mit dem Ganzen beschäftigt bin. Und hier sieht es wirklich jederzeit so aus, dass man jemanden reinlassen kann. Egal wen. Es ist immer sauber, gemütlich und ordentlich.
Verratet mir doch auch eure Tricks der perfekten und streßfreien Haushaltsführung wenn ihr mögt! Das würde mich sehr freuen!

Mittwoch, 18. März 2015

Meine Arbeitssuche

Ich habe etwa zwei Monate nach neuer Arbeit gesucht. Ich bin gelernte Heilerziehungspflegerin und wollte natürlich versuchen, in diesem Beruf nun nach der Elternzeit wieder zu arbeiten. Eigentlich, dachte ich mir, müsste sich mit mehr als acht Jahren Berufserfahrung und sehr guten Zeugnissen doch leicht etwas finden.

Leider gestaltet sich das aber doch nicht unbedingt ganz so einfach: Viele Dienste beginnen um 6:00 Uhr morgens, ich kann meine Tochter aber frühestens um 7:00 Uhr bei der Tagesmutter abgeben. Und diesen Traum von einer Tagesmutter erst einmal zu finden war sicherlich auch nicht einfach. Früher wäre es für uns auch sowieso nicht infrage gekommen, denn wann sollte ich ein einjähriges Mädchen denn bitte aus dem Bett schmeißen? Um 4:30 Uhr? Das ist etwas abstrus und vor allem menschenunwürdig. Zumindest für mich.

Zu dieser Problematik kam noch hinzu, dass ich in einem absoluten Kaff wohne, in dem man teilweise wegen den schlechten Busverbindungen für 7 km (innerhalb ein und derselben Stadt!!) mehr als eine Stunde Fahrtzeit braucht. Ein Führerschein habe ich leider nicht und konnte mir in dieser bescheidenen finanziellen Situation auch ganz sicher keinen leisten.
Ich hatte die Wochen, in denen ich auf Arbeitssuche war, hauptsächlich damit verbracht, mit der Bahn hin und her zu fahren, um mir dann bei Vorstellungsgesprächen die Frage stellen zu lassen, ob ich nicht doch irgendwie um 6:00 Uhr morgens anfangen könnte, obwohl ich meine Situation in den Bewerbungen klar und deutlich beschrieben hatte.

So habe ich mich nun vom Pflegebereich in Wohnheimen gedanklich verabschiedet und suchte nach einer Stelle in Kindergärten, Werkstätten oder in der Schulintegration. Schulintegration ist ja gerade ein großes Thema.
Ein Riesenskandal ist es leider, dass die Fachkräfte in der Inklusionshilfe oft nicht als solche bezahlt werden und meistens in den Sommerferien arbeitslos werden, da natürlich niemand bereit ist, sie fürs Nichtstun sechs Wochen lang zu bezahlen. Als Alternative bieten einige Arbeitgeber ein Stundenkonto an, in dem die Urlaubszeit und die tatsächliche Arbeitszeit miteinander verrechnet werden. Das gibt natürlich weniger Bares bei drei Monaten gezwungenem Urlaub im Jahr.

Ich habe mich am Ende trotzdem für das Modell mit dem Stundenzeitkonto entschieden, denn jedes Jahr sechs Wochen arbeitslos gemeldet zu sein, macht sich einfach auch im Lebenslauf nicht so gut, denke ich mir.

Ich möchte meine Tochter nicht permanent abgeben, sondern auch noch Zeit für sie haben. Später wird sie sich daran wahrscheinlich eher erinnern, als wenn ich ihr permanent teure Geschenke machen konnte, dafür aber nie Zeit für sie hatte. Nun habe ich also etwas, was sich damit vereinbaren lässt. Und verzichte dafür auf mehr Geld. Noch ist sie klein und damit auch ihre finanziellen Bedürfnisse überschaubar. Und je älter sie wird, desto flexibler bin ich ja auch wieder einsetzbar.

Wir komen mit meinen 30 Stunden die Woche arbeiten plus Kindergeld plus Unterhaltsvorschuss plus eine geringfügige Aufstockung finanziell über die Runden, sie liebt ihre Tagesmutter und ich habe trotzdem noch viel Zeit für mein kleines Wunder. Meine Entscheidung, meine Meinung, unser Leben!