Samstag, 15. August 2015

Warum wir unser Familienbett so lieben...

Es ist ja oft so, dass man, bevor man Kinder bekommt, genauestens wusste, wie man vorhat, sie zu erziehen und mit ihnen umzugehen. Am Ende, wenn man dann wirklich Mutter oder Vater ist, läuft doch alles völlig anders. Zumindest gilt das für mich. Letztens habe ich dazu noch so einen Spruch gelesen, der ging ungefähr so: "Wenn du mit der Erziehung deines Kindes nicht weiterweisst, frag Leute ohne Kinder, die wissen das!" 

Fand ich äußerst passend. 

Genau so war es auf jeden Fall bei uns mit dem Familienbett. Vorher, also auch noch in der Schwangerschaft, habe ich immer gesagt, das käme für mich nie im Leben infrage. Mittlerweile, nach 18 Monaten glücklichen Beisammenseins, schlafen wir immer noch und fast von Beginn an in einem Bett und sind damit äußerst zufrieden. Da stehe ich auch voll und ganz dahinter, wenn ich...mal wieder...für dieses Thema Kritik einstecken darf. Denn auch das ist so ein Reizthema, wo alle eine Meinung zu haben und dann die eigene natürlich auch die allgemein richtige ist. 

Viele Vorurteile zum Familienbett kann man mittlerweile klar und deutlich widerlegen. Es gibt sogar Berichte darüber, dass die zusätzliche Nähe dem Kind sehr gut tut. 

Am Anfang fand ich es einfach nur praktisch. Beim Stillen musste ich nicht mehr aufstehen und das Baby aus seinem Bett nehmen. Kurz gestillt und weiter geschlafen. Beide. 
Schnell begann ich dann auch, ihrer Nähe zu genießen. Da unser Bett 2×2 m breit ist und jeder wirklich Platz für sich hat, hatte ich auch wenig Angst vor häufig aufgeführten Risiken wie dem plötzlichen Kindstod und anderem. Auch Vorteile wie du bekommst das Kind doch nie mehr aus deinem Bett hinaus halte ich für völligen Quatsch. Ich denke, spätestens wenn sie einen Freund hat, möchte sie wohl nicht mehr mit mir in einem Bett schlafen ;-) 

Wir schlafen beide durch und das war schon ab dem dritten Monat so! Alle beide wachen wir ausgeruht auf und kommen uns beim Schlafen komischerweise auch nie in die Quere. Ok, ich musste auch einige Abstriche machen: Lesen im Bett ist nicht mehr möglich. Wobei das allerdings nicht am Licht liegt, sondern am Umblättern der Seiten. Es ist ein Phänomen: von Fernsehen, Gewittern, der Haustürklingel, Telefonaten und anderem lauten Zeugs wird die kleine Räuberprinzessin niemals wach, aber das Umblättern einer Seite, egal wie leise, läßt sie sofort ihre Funkelperlenaugen aufschlagen. 
Und da ich ein absoluter "Bettleser" und auch allgemein eine absolute Leseratte bin, fiel es mir sehr schwer, darauf nun zu verzichten. 

Aber auch dafür gab es eine Lösung, nämlich den mir früher immer verhassten E-Reader. Nun kann ich in Ruhe im Bett lesen und habe alles was ich brauche. Wieder erwarten habe ich mich äußerst schnell an meinen Tolino gewöhnt und mag ihn mittlerweile sogar richtig :-)

Sollte ich einmal doch noch einen festen Partner haben würde er das mit dem Familienbett wahrscheinlich nicht akzeptieren, was ja auch absolut verständlich ist. Dann muss man weiter sehen. Ist eh im Moment kein Thema für mich. 

Ich habe trotzdem vor, in nächster Zeit im Zimmer meiner Süßen ein Kinderbett aufzustellen, dies attraktiv zu gestalten mit Sternenhimmel, toller Bettwäsche und so und darauf zu bauen, dass sie irgendwann total gerne darin schlafen möchte. Ob das klappt weiß ich natürlich noch nicht. Es ist mir aber auch nicht so wichtig. Sie soll aber die Möglichkeit haben, sich bewußt für ihr eigenes Bett zu entscheiden, ich werde sie dann natürlich jederzeit dort schlafen lassen.

Über weitere Vorurteile und überhaupt über das Familienbett kann man übrigens diesen Artikel aus dem Blog gewuenschtestes-wunschkind.de (ich liebe dieses Blog) lesen. Ich denke auch bei diesem Thema muss jeder den Weg finden, mit dem alle Familienmitglieder glücklich sind. Da gibt es kein gut oder schlecht sondern nur wie sind wir alle möglichst ausgeruht und wie kriegen den meisten Schlaf. Denn guter Schlaf ist wirklich das A und O. Wenn da die Lösung das Kinderbett im eigenen Kinderzimmer ist es doch genauso völlig ok. aber wenn sich doch alle wohl fühlen im gemeinsamen Bett, warum sollte das doch nicht in Ordnung sein?

Schreibt mir doch, was ihr mit diesem Thema für Erfahrungen gemacht habt wenn ihr mögt! Da würde ich mich sehr freuen :-)

2 Kommentare:

  1. Hallo Charlotte, über das Thema "Alleinerziehen" sind wir uns zwar prinzipiell sehr uneinig (ich halte es für ein mehr oder weniger desaströses Lebensmodell für die Mütter, Kinder und die Gesellschaft) - aber ich hab' das mit dem Bett genauso gehandhabt und es war super. Definitiv eine Erleichterung, wenn man ein Baby hat, das nachts x-Mal aufwacht, auch wenn man stillt. Ich denke, dem Baby oder Kleinkind schadet das überhaupt nicht, im Gegenteil, es ist ein wertvolles Stück Geborgenheit für das Kind, insbesondere wenn man sonst wenig Zeit für sein Kind hat, weil man den ganzen Tag in der Arbeit ist.

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    1. Hallo,
      da sind wir ja mal einer Meinung ;-)
      Zumindest beim Familienbett, beim desaströsen Lebensmodell bekanntermaßen so gar nicht!
      Ich habe deine Antwort im Blog schon gelesen und antworte, wenn ich mehr Zeit habe!

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