Dienstag, 8. September 2015

Ein typischer Montag als Solomama

6:00 Uhr: Der Wecker klingelt.
Dabei habe ich noch keine brauchbare Möglichkeit gefunden wie ich es schaffen kann, dass meine Kleine dabei nicht wach wird (Familienbett...). Ich denke jetzt als letzte mir bekannte Möglichkeit über ein Weckerarmband mit Vibrationsalarm nach. Denn es wäre super, ja nicht nur super sondern wirklich ein großer Traum, alleine einen Kaffee zu trinken und mich fertig zu machen, bevor die Räuberprinzessin mir dann permanent an den Beinen hängt. Wenn jemand also alternative Tipps hat, bitte her damit! 

6:15 Uhr: ich bin komplett fertig.
Mit Zähneputzen, anziehen, Haare machen und allem was dazugehört. Oftmals auch mit den
Nerven ;-)
Denn das ist meistens der Zeitpunkt, den ich unter der Woche am wenigsten mag!!
Früher war ich ein absoluter Morgenduscher, das kann ich mittlerweile natürlich total vergessen. (Es sei denn natürlich ich möchte gerne ein schreiendes Kind vor der Dusche stehen haben, welches mit den Händen meine voll verglasten Duschwände abpatscht. Mitduschen ist für sie momentan noch keine Option...)

Während ich mich also ohne die oft heiß ersehnte Dusche fertig gemacht habe, habe ich natürlich mein quengeliges Kind, dem es gar nicht passt, dass ich gerade etwas ohne sie machen muss, am Rockzipfel hängen, also lenke ich sie währenddessen geschickt ab, indem ich ihr x Mal die ganzen Gegenstände, die sie in der Zeit in die Badewanne geschmissen hat, (der Toilettendeckel hat mittlerweile einen Verschluss...) wieder auf den Rand zum erneuten Versenken stelle. Gerade morgens kann sie es gar nicht ab, wenn Mama etwas anderes macht, als sich auf sie zu konzentrieren. Ich tröste mich aber damit, dass das ja eigentlich mit zunehmendem Alter und Verständnis nur besser werden kann.


6:15 Uhr bis 6:30 Uhr: ich trinke schnell einen Kaffee und richte das Frühstück für meine Kleine. 
In der Zeit trinkt sie eine Milch. Hunger hat sie so früh noch nicht. Das finde ich eigentlich schade, denn ich würde gerne mit ihr frühstücken und hätte dann auch mehr Zeit für meinen unverzichtbaren Kaffee.

6:30 Uhr bis 6:50 Uhr: ich mache das mittlerweile äußerst gut gelaunte und gesprächige Kleinkind fertig. 
Sie ist so gut gelaunt und gesprächig, dass sie zu 1000 Scherzen aufgelegt ist, dabei aber wenig Lust auf Anziehen, Waschen  und Zähneputzen hat. Da bin ich aber äußerst entschlossen. Sie muss das schließlich lernen. Wenn ich schön dabei singe, geht's entschieden besser, habe ich Morgenmuffel allerdings nicht immer sooo die Lust zu um diese Uhrzeit :-)

6:50 Uhr: Wir machen uns auf den Weg zur Bushaltestelle.

7:10 Uhr: Ankunft bei der Tagesmutter. 
Ich liefere meinen Sonnenschein ab. Es bleiben noch 10 Minuten Zeit für einen kurzen Wortwechsel und eine ausführliche, von der Seite meine Tochter mittlerweile recht schmerzfreie Verabschiedung.

7:23 Uhr: Ich nehme meinen Bus zur Arbeit.

7:45 Uhr: 
Ich werde von der Mutter meiner Schülerin an einem Bahnhof aufgegabelt und wir fahren zur Schule. Währenddessen muss ich voll aufnahmefähig sein, da die Mutter immer sehr viele Anliegen und Wünsche an mich hat.

7:55 Uhr bis 13:55 Uhr: Unterricht. 
Auch und gerade in den Pausen der Schülerin habe ich Anwesenheitspflicht. Das heißt also keine Pause für mich. Nach der Schule werde ich von der Mutter der Schülerin wieder mit zum Bahnhof genommen. Und beantworte ihr natürlich 1000 Fragen, die sie zum Tag ihrer Tochter hat.

14:15 Uhr: Ich bin bei der Tagesmutter angekommen...
...und hole meine Kleine ab. Meistens freut sie sich sehr mich zu sehen, manchmal aber störe ich sie gerade in einem ihr wichtigen Spiel und sie ist sauer dass sie das jetzt wegen mir aufhören soll. 
Wieder bleibt Zeit für einen kurzen Austausch mit der Tagesmutter, wie der Tag meiner Prinzessin bisher so war.

14:35 Uhr: Wir kommen zu Hause an.  
Zeit für einen Kaffee für mich und einen Teller Obst oder sonstwas leckeres für meinen kleinen Wildfang.

15:00 Uhr bis 18:00 Uhr: Spielzeit oder Zeit für Einkäufe und das was eben zu erledigen ist. Manches im Haushalt macht sie mittlerweile total gerne mit, das versuche ich dann manchmal in diese Zeit zu legen. Meistens komme ich aber natürlich zu nichts. Ist auch egal, denn ich will diese Zeit mit meiner Tochter verbringen. Es ist eine meiner beiden Lieblingszeiten des Tages.

18:00 Uhr: Abendessen. 
Danach eventuell noch baden. Mir ist es sehr wichtig, dass wir diese einzige uns unter der Woche verbleibende richtige Mahlzeit gemeinsam am Tisch einnehmen.

18:30 Uhr: Zeit fürs Gute Nacht Ritual. 
Wir lesen eine Geschichte, ich singe ein paar Lieder und erzähle meiner Kleinen, was heute war und was morgen sein wird. Wir haben ja ein Familienbett, aber nach dem gute Nacht sagen gehe ich raus und sie schläft alleine ein.

19:00 Uhr: in der Regel schläft meine Süße. 
Glücklicherweise in der Regel meistens auch durch. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Ich beobachte jetzt seit Monaten schon, dass sie immer ein paar Nächte vor Vollmond nicht durch schläft und dann stundenlang wach ist. Kann natürlich auch Zufall sein. Kennt einer von euch so etwas auch? Die Tagesmutter sagt, das war bei ihr bei allen vier Kindern so...

19:00 Uhr bis 20:00 Uhr: Haushalt, das seit morgens ersehnte Duschen und was eben so anfällt. Oftmals habe ich auch noch Schriftkram wegen meiner Schülerin zu erledigen, dann kann es auch locker 21 Uhr werden.

20:00 Uhr mein persönliches Tageshighlight beginnt, der Feierabend kommt...

Ähnelt das euren Montagen? Oder geht es bei euch völlig anders zu? 

Donnerstag, 3. September 2015

Warum der Job eines Inklusionshelfers nicht immer einfach ist

Als Integrationshelfer hat man einige Hürden zu nehmen. Zum Beispiel, dass sich immer alle über die Inklusion  (für alle, die sich jetzt fragen, was das bedeutet: hier eine gute Definition des Wortes von "Aktion Mensch") aufregen oder zumindest meinen, sich ein Urteil darüber erlauben zu können. Oder die Lehrer und Eltern bemitleiden. Kaum jemand allerdings interessiert sich aber für die eigentlich mit am meisten Betroffenen dabei, nämlich die Inklusionshelfer.

Im Prinizip bedeutet das, ein in irgendeiner Form gehandicaptes Kind (aber auch Erwachsene...)zu begleiten, meistens in der Schule oder im Kindergarten, manchmal auch noch in der Freizeit, und ihm dort die individuell benötigte Hilfestellung zu geben.
Das kann Motivation sein, körperliche Pflegetätigkeiten, Hilfe beim Lernen, bei Konzentrationsstörungen eingreifen, Kontakte herstellen, es ist wirklich von Kind zu Kind verschieden.

Es handelt sich hier wirklich um eine Herzensangelegenheit von mir. Meine Schülerin ist sieben Jahre alt und wiederholt gerade die erste Klasse. Sie wurde bei aufwändigen Testungen als geistig behindert eingestuft, da ihr IQ unter 60 liegt. Dafür hat sie wirklich viele tolle Eigenschaften: sie ist sehr sozial, interessiert an anderen Menschen und äußerst feinfühlig ihrer Umwelt gegenüber. Die Mutter wollte sie unbedingt auf einer Regelschule einschulen, für sie kam eine Förderschule nicht infrage.
Gerade in Mathe und Deutsch hat meine Schülerin gravierende Probleme, in dem Tempo der anderen Schüler mitzukommen.

Was genau ist daran jetzt problematisch?


Ich habe einen erlernten Beruf, nämlich Heilerziehungspflegerin mit dreijähriger Ausbildung, den ich sehr gerne ausübe und der ja perfekt zu diesem Job passt. Dennoch werde ich nicht als Fachkraft anerkannt. Obwohl ich mich um eine anerkannt behinderte Schülerin kümmere, interessiert es nicht, dass ich auch wirklich eine Fachkraft BIN. Es wird auf jedem möglichen Weg versucht, Kosten zu sparen und billige Arbeitskräfte für diesen Job zu gewinnen. Genauso ergeht es fast jedem, der in diesem Beruf arbeitet. Kaum einer wird als Fachkraft anerkannt, obwohl viele mir bekannte Inklusionshelfer eine passende Ausbildung haben. 

Dementsprechend fällt dann natürlich auch die Bezahlung aus. Der durchschnittliche Bruttolohn eines Inklusionshelfers in NRW beträgt 9,50 € die Stunde.

Soziale Berufe werden ganz schön unsozial bezahlt!
Es ist ähnlich wie im gesamten übrigen sozialen Bereich: es wird versucht an Fachkräften zu sparen und ungelernte Kräfte (oft Zeitarbeiter) statt derer einzusetzen. Das läuft ja in Seniorenheimen, Behindertenwohnheimen und Werkstätten und vermehrt auch in Krankenhäusern und Kindergärten genauso ab. Ebenso in völlig anderen Tätigkeitsfeldern.


Anscheinend denken die Menschen, dass man keine besonderen Kenntnisse braucht, wenn man sich zum Beispiel um behinderte Menschen kümmert. Das stimmt aber nicht. Auch diese Menschen benötigen Medikamente, mit denen man sich auskennen muss, Ablaufsplanungen, mit denen man je nach Behinderungsbild vertraut sein sollte und zudem muss man natürlich wissen, wie man mit dem bestimmten Behinderungsformen umgehen kann. Es ist nicht unbedingt einfach, einem autistischen Menschen bei einem Ausraster zu besänftigen oder einem Spastiker während seines Anfalls beizustehen. Ebenso ist es mit der ganzen Pflege: man muss wissen wie man einen bettlägerigen Menschen die richtige Pflege zukommen lässt, wie man jemandem das Essen menschenwürdig anreicht, wie man die Menschen lagert...wie man einen ständig zitternden  Spastiker rasiert oder ihm die Nägel schneidet...

Wir haben alle schließlich nicht umsonst eine dreijährige Berufsausbildung hinter uns.

Was ich darüber denke...


Ein geistig behindertes Mädchen in der Regelschule zu fördern, zu motivieren, zu integrieren und sie ganz allgemein durch die Grundschulzeit zu bringen, erfordert einiges an Fachwissen, Einfühlungsvermögen und Professionalität. Es ist sehr traurig dass dies nicht annährend honoriert wird.

Ich stehe zudem permanent unter dem Spagat zwischen Lehrern und Eltern des Kindes. Den Lehrern will man natürlich möglichst nicht dazwischen grätschen. Für die ist es auch nicht besonders einfach mit uns Inklusionshelfern. Ich weiß nicht wie ich das fände wenn ich Lehrer wäre und es gewöhnt wäre, mit den Kindern alleine in der Klasse zu sein und auf einmal sitzt dort ein anderer Erwachsener mit in meinem Unterricht. Es ist gesetzlich auch überhaupt nicht festgelegt wo die Aufgaben des Inklusionshelfers anfangen und die des Lehrers aufhören. 

Dies ist ein Artikel darüber aus Lehrersicht, gelesen auf halbtagsblog.de

Meine Schülerin hat die Schule gewechselt und in der alten Schule habe ich sämtliche Tätigkeiten, die eigentlich dem Lehrer inne wären ausgeübt. Ich habe ihr Mathe erklärt, bin mit ihr in den Fächern, in denen sie gestört hat, rausgegangen, habe im Unterricht hauptsächlich mit ihr hinten gesessen und ihr dort die Sachen erklärt, weil sie sich auf ihrem Platz nicht konzentrieren konnte und so weiter und so fort. Ist das gelungene Inklusion? Das eine Schülerin entweder aus der Klasse hinaus muss oder abgegrenzt von der Klasse hinten sitzt?
Bildergebnis für inklusion behinderung
Bild von de.fotalia.com
Das wären ja auch eigentlich gar nicht meine Aufgabe gewesen, sondern die einer Lehrkraft, beziehungsweise der drei Tage in der Woche anwesenden Sonderpädagogin. 
Ich hatte dadurch eine ziemliche Verantwortung. Zudem kommt noch dazu, dass es der ehemaligen Klassenlehrerin ganz gut gefiel, wenn man auch den anderen Schülern zwischendurch etwas erklärt oder beim Austeilen der Lernmaterialien hilft oder in den Pausen Streitschlichter spielt und so weiter. 

All das sind Sachen wofür wir gut genug sind. Geht es dann aber darum, bei reflektierenden Gesprächen über das Kind mit Ämtern, Eltern oder zuständigen Rententräger ein Feedback zu geben, werden wir Integrationshelfer selten oder überhaupt nicht genannt. Obwohl wir einen ganz und gar nicht unerheblichen Anteil an der schulischen Entwicklung des Kindes beitragen.

Das Ganze mal beleuchtet mit den Augen einer Mutter:


Die Eltern wiederum hätten natürlich am liebsten, dass ihr Kind völlig aufblüht und ganz normal an der Schule teil haben kann. Natürlich haben sie auch Wünsche, wie ihr Kind in der Schule behandelt werden soll und wie der Integrationshelfer mit den Lehrern dementsprechend umgehen soll. Sie fragen dann, ob man nicht dieses mit dem Lehrer besprechen kann oder jenes umsetzen kann. Das ist ja auch völlig verständlich, ich als Mutter würde genau das Gleiche für mein Kind wollen. Viele Lehrer finden es nur leider nicht so toll, wenn der Integrationshelfer mit Forderungen und Wünschen ankommt. Nicht alle, aber einige sind mit der Integration völlig überfordert und ihnen ist einfach nur wichtig, dass der Unterricht wie gewohnt in seinen Bahnen läuft.

Bitte versteht mich jetzt nicht falsch, ich habe sowohl für Lehrer als auch für Eltern natürlich großes Verständnis. Die Lehrer haben auch ihren Beruf ausgesucht, weil sie Lehrer sein wollten und keine Sonderpädagogen. Ebenso habe ich mir mein Beruf ausgesucht, weil ich fördern und helfen wollte. Ein Lehrer wollte ich ganz sicher nie werden.

Die Lehrer möchten deswegen natürlich, dass das Kind unproblematisch in der Schule mitkommt, die Eltern möchten, dass das Kind mit allen gut klar kommt und möglichst schnell Besserungen zeigt. Zudem ist man für beide jederzeit der Puffer, wenn etwas nicht gut läuft. Mein Kind zum Beispiel hat einen IQ von unter 60 und von mir wird erwartet dass sie normal in der Schule mitkommt. Wie soll das gehen? Vor allem, wenn ich mich dafür einsetze, dass sie wirklich integriert wird und auf ihrem Platz sitzen bleiben darf, wie soll ich ihr dann während dem Unterricht etwas erklären, ohne die anderen zu stören?

Dazu kommen organisatorische Schwierigkeiten...


Natürlich ist es auch immer ein Problem mit den Urlauben, die man ja gezwungenermaßen hat wegen den Schulferien. Ich bin also gezwungen, in den Ferien frei zu machen. Bei den meisten Arbeitgebern, die Integrationshelfer einstellen, wird dann folgendermaßen vorgegangen: die Integrationshelfer sollen  sich während den Sommerferien arbeitssuchend melden. Natürlich ist das keine super Lösung wenn man jedes Jahr sechs Wochen zum Arbeitsamt rennen muss. Mein Arbeitgeber, nach dem ich aber auch lange suchen musste, hat es so geregelt dass ich ein Arbeitszeitkonto habe, wo diese Zeiten dann verrechnet werden. Dadurch habe ich natürlich dann allgemein weniger raus.

Es ist für alle Beteiligten keine einfache Sache mit der Inklusion. Das haben sie sich wieder ganz toll ausgedacht. Hauptsache wir schließen ein paar Förderschulen und schreiben uns fett Inklusionsland auf die Stirn. Über die Umsetzung hat sich aber anscheinend niemand wirklich Gedanken gemacht. Es ist ja auch ein toller Gedanke alle Kinder gemeinsam zu beschulen, aber ich weiß wirklich nicht, ob es für jedes Kind die beste Lösung ist. Die Kinder merken doch oft, dass sie in der Schule nicht mit den anderen mithalten können und igeln sich nach dieser Erfahrung ein. Ob da nicht in manchen Fällen eine Förderschule, wo speziell auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird, ihr Tempo berücksichtigt wird und sie unter anderen Kindern mit ähnlichem Förderbedarf sind, besser für sie wäre?

Dazu fand ich einen Artikel aus dem "Tagblatt" sehr gut, zu lesen hier!

Gute Ansätze wären eventuell, in jeder Klasse mit Kindern, die speziellen Förderbedarf haben, feste Inklusionshelfer, natürlich mit qualifizierter Ausbildung, einzustellen, die sich dann um mehrere Kinder kümmern könnten. Das wäre auch mein persönlicher Hoffnungsschimmer.

Auch müssten die jeweiligen Aufgaben klarer abgeteilt werden. So oder so gibt es noch eine Menge Gesprächsbedarf von allen Seiten. Für die anderen Regelschulkinder ist es ja auch wichtig, dass die Qualität ihres Unterrichtes nicht leidet, das muss man ja auch berücksichtigen!

Hier noch ein Artikel aus der WAZ darüber, was die Probleme sind, wie schlecht das alles bedacht wurde, wie viel es zudem den Staat auch kostet und wie eine Lösung in Zukunft aussehen könnte.

Wie geht es denn meiner Schülerin?


Auf der neuen Schule läuft es für meine Schülerin bedeutend besser: die Klassenlehrerin ist toll, bisher mussten wir noch kein einziges Mal den Unterricht verlassen und hinten sitzen muss sie auch nicht. Auch wenn sie eine falsche Antwort gibt, geht die Klassenlehrerin flexibel darauf ein und gibt ihr nicht wie die alte das Gefühl, nichts zu können. Im Gegensatz zu der alten Klassenlehrerin erstickt sie auch Gelächter über meine Schülerin und Spott der anderen Schüler im Keim. Ich bin guter Hoffnung, dass wir an dieser Schule ein gesundes Mittelmaß und einen vernünftigen Umgang miteinander finden.

Montag, 24. August 2015

Ich bin eine Rabenmutter , weil...Top Ten!

Letztens in einem meiner liebsten Foren hatten wir das Thema, warum man sich selber als Rabenmutter sieht. 


Da waren ganz schön interessante Dinge dabei. Bei vielen habe ich mich wirklich ernsthaft gefragt, warum eine Mutter deswegen eine Rabenmutter sein soll, aber jeder Mensch tickt ja anders. Vielleicht finden andere dafür ja MEINE Gründe übertrieben.

Hier also nun die Top Ten der Dinge, wegen denen ICH mich als Rabenmutter sehe, bzw. wegen denen ich zwischendurch mal ein schlechtes Gewissen habe. Sie sind abfallend geordnet, das heißt  das Schlimmste kommt zuerst.


Bevor ich jetzt beginne, möchte ich euch bitten, weiter unten auch die positiven Gegenstücke zu lesen...☺

  1. Seit ungefähr einem Monat lasse ich meine Kleine öfters mal am Wochenende morgens im Bett Heidi auf You Tube gucken, nur damit ich noch 10 Minuten dösen kann.
  2. Manchmal habe ich absolut keine Lust, mit ihr zu spielen, auf den Spielplatz zu gehen oder zu lesen, sondern wünsche nur dringend Ruhe und eine heiße Wanne!
  3. Abends bringe ich die Räuber Prinzessin manchmal eher ins Bett, weil ich so meine abendliche Relax-Zeit herbei sehne!
  4. Ich verstecke mich manchmal vor ihr auf dem Klo, um kurz mein Handy zu checken!
  5. Ich genieße es, meine kinderfreie Zeit auf der Arbeit zu haben und mal in Erwachsenen- Sprache zu reden (als Solomama habe ich hier ja keinen anderen Erwachsenen, es sei denn ich habe gerade Besuch...)
  6. Meine Süße darf... neben ihrer durchaus recht gesunden Ernährung... zwischendurch auch mal einen Fruchtzwerg, Schokolade oder sonstwas an schlimmem Zuckerzeug haben, denn ich bin der Meinung, man kann es auch übertreiben mit der gesunden Ernährung!
  7. Ich bin froh, wenn sie gelegentlich mal von Oma und Opa abgeholt wird!
  8. Ich habe absolut kein schlechtes Gewissen, sie bei ihrer geliebten Tagesmutter abzugeben. Ich freue mich eher, weil sie sich immer so sichtlich freut, diese und die anderen Kinder zu sehen!
  9. Manchmal wünsche ich mir zwei bis drei Tage Zeit nur für mich!
  10. Ich koche gerne und gut, aber ich HASSE backen. Ebenso bin ich schlecht im basteln und malen! Natürlich werde ich da auch an mir arbeiten und wichtige Dinge wie Laternen, Schultüte, Geburtstagskuchen etc. selbst übernehmen! Den Rest lasse ich dann ihre kreative Oma mit ihr machen. Auch bügle ich nichts und kaufe sowohl meine als auch ihre Klamotten danach.

Hier nun also auch die Punkte, die mich in meinen Augen zu einer GUTEN Mutter machen:


               Ich bin eine tolle Mama, weil....
  • Ich meine Maus über alle Maßen liebe und alles, wirklich ALLES, für sie tun würde! 
  • Ich jeden Tag mit ihr lese, singe, spiele und tanze, egal wie ich mich dabei manchmal zum Affen mache.
  • Ich Wert auf ausgewogene, gesunde Ernährung lege und auch selbst mit gutem Beispiel voran gehe. Ausnahmen bestätigen die Regel ;-)
  • Ich ständig was in unserer Wohnung verändere, damit die Prinzessin sich wohl fühlt zuhause. 
  • Wir jeden Tag draußen sind und ich ihr Liebe zur Natur und zu Tieren vermittle. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung...
  • Der Fernseher bei uns erstmal ausbleibt.
  • Wir viele schöne Rituale und einen guten, meist in etwa gleichbleibenden, Rhythmus gefunden haben.
  • Ich die Situationen, in denen ich gereizt und launisch ihr gegenüber war. an einer Hand abzählen kann.
  • Ich viel mit ihr spreche und sie überall mit einbeziehe.
  • Ich alles getan habe, um ihr ihnen Papa zu erhalten. Was ja leider nicht so gut geklappt hat.
  • Mich ihre Entwicklungen brennend interessiert und ich es liebe, ihr dabei zuzusehen, wie sie ein richtiges kleines Persönchen wird!
  • Ich ihr ganz oft sage, wie lieb ich sie habe und wie stolz ich auf sie bin.
  • Ich mit reinem Gewissen sagen kann, dass ich bisher bei allem authentisch und ich selbst geblieben bin und hinter allem, was wir gemeinsam geschafft haben, voll und ganz stehe.

Was macht euch denn in euren Augen zu einer schlechten, bzw gerne auch guten Mutter?


Samstag, 22. August 2015

Dr. Google, Mütterforen und andere Sorgen einer Neumutter

Ich hatte, seit ich wusste dass ich Mutter werden würde, anfangs sooo viele Sorgen und Ängste! Was sich mittlerweile total entspannt hat :-)

Größtenteils verschwanden sie mit Sicherheit dadurch, dass ich relativ schnell damit aufgehört habe, bei jedem Problem Dr. Google zu befragen oder...fast noch schlimmer...irgendwelche Foren und Gruppen, in denen viele Mütter aufeinander treffen! 

Ich würde einfach einmal die provokante Aussage in den Raum stellen, dass fast jede Mutter weiß was ich gerade meine, und dass sich auch fast jede Mutter durch den Googledoktor oder schwarzsehenden Kolleginnen schon mal wegen irgendwas selbst bekloppt gemacht hat. 

Natürlich wird jetzt jeder behaupten: “ICH doch nicht! Ich mache mich doch wegen sowas nicht verrückt!“ aber ich denke, im Großen und Ganzen kennen wir das wohl fast alle in irgendeiner Form. 
Ich oute mich hiermit auf jeden Fall als eine Erstmutter , bei der es genau so gewesen ist. Und das obwohl ich eigentlich ein meist cool bleibender und sehr selten in Panik geratender Mensch bin.

Ich schreibe unter anderem diesen Post, um andere zum ersten Mal Schwangere zu ermutigen, sich nicht so verrückt machen zu lassen von dieser manchmal, aufs Muttersein bezogen häufig, falsch liegenden, online Diagnose. 

Das was ich da alles so erfahren habe, hat mich oft schlaflos gemacht. Als ob nicht schon mein Baby gereicht hätte, um mir den Schlaf zu rauben. Ich denke, ich habe durch Baby online Recherchen sogar teilweise verlernt, auf mein Bauchgefühl zu vertrauen und auf meine gesunde Beobachtungsgabe.

Egal welche Befindlichkeitsstörungen das Baby hatte: wenn ich Google oder diese Foren befragte, konnte es immer etwas total Schlimmes sein. Wahrscheinlich harmlos, das las ich oft, aber es gab eben auch immer diese Einträge/Beiträge, die etwas ganz Dramatisches vermuteten oder Mütter, die berichteten, so etwas habe man bei seinem Kind auch gehabt und es sei auch ganz furchtbar geendet.

Von der Webseite FakePlus.com
In den ersten Wochen war es wirklich so, ich habe ständig irgendwas gelesen und ergoogelt, aber dann war mir recht schnell klar, dass das keine gute Idee ist. Mittlerweile habe ich einen von einem langjährigen Kinderarzt geschriebenen Ratgeber, den ich bei Problemen befrage und ansonsten lese ich gar nichts mehr und höre auf mein Bauchgefühl wenn ich eine Entscheidung mein Kind betreffend zu fällen habe. Meine ich, es ist gerade wirklich krank oder wirkt irgendwie unheimlich verändert? Gut, dann gehe ich eben zum Kinderarzt. Den ich mir sorgfältig ausgewählt habe, eben WEIL ich Vertrauen in seine Kompetenz habe. Ende der Geschichte

Bevor ich jetzt hier falsch verstanden werde: natürlich haben gerade Mütterforen auch viele sehr sehr schöne Seiten! Ich liebe es zum Beispiel, dort auch mal meinen Streß wegen irgendeiner Phase loszuwerden und von anderen Müttern zu hören: “So war es bei uns auch! Ich kann dich voll verstehen und es geht vorbei!“ :-)

Mir geht es in diesem Post ausschließlich um die Ferndiagnose von Krankheiten oder anderen gesundheitlichen Problemen. 

Ebenso ist es ja in der Schwangerschaft, da kann man sich doch auch mit Google total bekloppt machen: ist das Kind groß genug, ist das Gewicht richtig für die Schwangerschaftswoche? Man liest nach, was der Frauenarzt im Mutterpass vermerkt hat und versucht jede angebotene Untersuchung wahrzunehmen. 

Ich denke, beim zweien werde ich um 90% entspannter sein.

Ich hatte auch noch Schwangerschaftsdiabetes. Da darf man gar nicht anfangen zu googeln. Eigentlich sollte man schon seinem Frauenarzt, den man ja wahrscheinlich ebenfalls sorgfältig ausgewählt hat, und wie gesagt seinem eigenen Gefühl vertrauen, doch heutzutage stellen wir automatisch alles infrage. Ich kann es auch total verstehen und es wird uns auch durch die Zusatzuntersuchungen, die einem auch noch empfohlen, ja teilweise aufgeschwatzt, werden, schwer gemacht sich da nicht verrückt zu machen. Genau darüber gab es letztens noch diesen Artikel im Tagesspiegel.

Ist ja klar, dass man da als Frau, die gerade das erste Mal ein Baby bekommt und sich alleine deswegen schon hormonell bedingt im Gefühlschaos befindet, verunsichert ist und alles tun will, um die Schwangerschaft gut durchzuziehen!

Okay das letztere hat eher mit den behandelnden Ärzten als mit Google oder Foren zu tun, aber was macht Frau wenn sie vom Arzt oder der nächsten Vorsorge kommt? Richtig, sie setzt sich an den PC und ergoogelt die Begriffe aus Mutterpass oder Arztbrief ;-)


Mittwoch, 19. August 2015

Ein schönes neues Spielzeug für Mama- was für andere Frauen die Schuhe sind, ist für mich...

Heute habe ich mir einen wirklich großen Wunsch erfüllt:
Ich habe mir ein Tablet gekauft.
Ich muss dazu sagen, dass bei mir der Kauf eines erwünschten elektronischen Gerätes wohl vergleichbar ist, wie wenn viele andere Frauen wahrscheinlich Schuhe oder Handtaschen kaufen.
Ich stand schon so oft im Laden vor genau diesem Ding und habe es bewundert. Jetzt habe ich es mir einfach gegönnt. Und es entspricht natürlich allen meinen Erwartungen.
Nachdem die Post zwei Tage gebraucht hat um es mir zu liefern, habe ich dann natürlich direkt angefangen, es einzurichten. Es ist wirklich ein Riesending und ich bin jetzt schon der totale Fan davon. Ein Laptop war mir immer zu groß und ein Handy zu klein. Ich wusste deswegen schon seit es die Dinger gibt, dass ich mit einem Tablet bestens bedient wäre. Aber im ersten Jahr mit meiner Kleinen musste ich ja etwas sparen, weswegen ich mir keins leisten konnte.
Ich habe mich für das Galaxy Note Tablet 2014 Edition entschieden und spiele jetzt seit ungefähr 4 Stunden daran herum. Genau genommen seit Prinzessin im Bett ist. Es hat genau die richtige Größe, um damit alles zu machen was ich machen möchte (10,1 Zoll).
Besonders begeistert bin ich von der Sache mit dem Stift und genau darauf hatte ich auch gehofft. Da ich ja auch viel Tagebuch schreibe, ist das für mich ein Paradies. Und obwohl ich noch nicht viel geübt habe klappt es eigentlich im Prinzip auf Anhieb. Und das als Linkshänder.
Man wie ich mich freue! :-D

Das Kindermutmachlied

Ich arbeite ja in der Inklusionshilfe und meine Schülerin wiederholt an einer neuen Schule die erste Klasse.
Zur Einschulung gab es einen Gottesdienst (ich kann mich gar nicht erinnern, ob es das bei uns früher auch gab?) und das war total feierlich und schön!

Es wurde ein Lied gesungen, an das ich bestimmt seit mehr als 25 Jahren nicht mehr gedacht hatte und das ich früher als Kind, wie mir dann sofort einfiel, sehr geliebt habe: Das Kindermutmachlied.
Und erstaunlich: Ich konnte es wirklich komplett auswendig mitsingen...

Seitdem (das ist schon ein paar Tage her) habe ich einen tierischen Ohrwurm davon!

Es passte auch so gut zu meinem kleinen Schützling, ich hoffe und wünsche mir so sehr, dass sie mit dem Wechsel auf eine neue Schule nun die Kurve bekommt!


Sonntag, 16. August 2015

Baby Led Weaning...die Alternative zum oft verhassten Brei

Ohne dass wir es vorher großartig geplant hatte, gab es bei uns keinen Brei.

Jeder Versuch endete in einer Katastrophe. Räuberin machte das einfach nicht mit. Aus Zufall hatte sie so mit fünfeinhalb Monaten dann einmal eine Dinkelstange in der Hand...Sie hatte so offensichtlich Spaß diese zu verzehren, dass ich ihr gleich ein Stück Apfel in Pommesform in die Hand drückte. Auch dieser wurde mit großer Begeisterung und in atemberaubenden Tempo verzehrt.
Das brachte mich auf die Überlegung, warum sie denn eigentlich nicht babygerechtes Essen als Fingerfood haben dürfte. Musste das mit dem Brei wirklich sein? Ich fragte Doktor Google. Der spuckte ziemlich schnell den Begriff BLW (Baby Led Weaning) aus. Eine laut Google neuartige Form der Beikost.

Jetzt fing ich an, genauer nachzulesen und erfuhr, dass dies wirklich eine Möglichkeit der Baby Ernährung  bei Beikoststart ist!

Allerdings verstand ich nicht wirklich (und habe es auch bis heute nicht verstanden) warum es dafür so einen Modenamen gibt und was daran so neu sein sollte. Wenn wir zum Beispiel einmal unsere eigenen Eltern oder Großeltern fragen, hören wir doch oft “ja, so haben wir euch auch ernährt!“ Von mir selbst gibt es ein Bild im Fotoalbum, laut Datum war ich darauf viereinhalb Monate alt, auf dem ich dabei bin, eine rohe Möhre zu verzehren.

Da gab es nämlich das ganze Hin und Her mit Brei und Gläschen und was da alles dranhängt noch nicht. Ich habe dabei sowieso die Krise bekommen. Es musste ja wirklich alles in einer bestimmten Reihenfolge ablaufen mit dem Brei. Erst nur Karotte, nach zwei Wochen so und so oft ergänzen mit Fleisch, natürlich unter allen Umständen alles selber kochen. Gläschen geben ja angeblich nur Rabeneltern ihren Kindern. *DAS IST GANZ SICHER NICHT MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG!!*

Ich fand das ganze mit dem BLW auf jeden Fall toll und vor allem schien meine Tochter es zu lieben! Natürlich muss man dabei auch einiges beachten, zb. was das Baby noch nicht haben darf oder was zumindest als bedenklich gilt (Salz, Honig etc.) und einiges muss gegärt oder gekocht werden, weil es noch zu hart ist, aber im Großen und Ganzen können die Kleinen relativ schnell völlig normal vom Familientisch mitessen. Wenn man sowieso einigermaßen Wert auf seine Ernährung legt und gesund kocht, finde ich das eine ernstzunehmende Alternative zum Brei.

Hier kann man sich darüber eingehender informieren.

Allerdings finde ich es sehr sehr schade, dass auch bei diesem Thema von einigen Praktizierenden natürlich wieder völlig übertrieben und reglementiert wird. Dieses in meinen Augen sinnfreie diskutieren muss es wohl für manche Mütter bei jedem Thema geben. Ich war in einer Facebookgruppe über das Thema BLW, in der man keine einzige normale Frage stellen konnte, ohne das eine Grundsatzdiskussion entflammte.

Ich erinnere mich noch, dass ich einmal gefragt habe, wann die Leute denn dem Baby das erste Mal Leberwurst aufs Brot geschmiert hätten (meine Kleine wollte soo gerne meine Leberwurststulle haben...) und ich völlig empörte Antwort gekriegt habe, dass die Kinder auch mit sechs noch keine Leberwurst essen dürften und das Leberwurst, die man fertig kauft, sowieso unheimlich ungesund sei! Wenn dann sollte man sie doch lieber wenigstens selbst herstellen! So etwas unverantwortliches habe man selten gehört... es entflammte eine Grundsatzdiskussion über Fleisch und vegetarische oder vegane Ernährung. Das war das erste und einzige Mal, dass ich dort etwas gefragt habe und ich habe die Gruppe auch recht schnell verlassen :-)

Ich habe dieses Buch hier über BLW gelesen. Es gibt noch einige Buchalternativen, bekannt ist unter anderem “Junika beginnt zu essen“.Da gibt es auch eine Facebook Seite zu mit vielen Rezepten zum Nachkochen.



Ich finde es ist bedeutend weniger stressig. Minuspunkt ist, dass man wirklich dicke Nerven haben muss wenn man hinterher sauber macht. Denn das Baby ißt natürlich nicht von Anfang an perfekt und vieles landet auf dem Boden oder dem Baby oder auch an der Wand. Ich kann mir aber vorstellen dass das beim Brei auch passiert.

Ich habe einiges aus dem Buch und anderen Anleitungen für uns zwei einfach bedürfnisorientiert abgewandelt.
Beim BLW wird zb. eigentlich erwartet, dass das Baby mit der Hand ißt. Ich habe meine Tochter aber, sobald sie danach greifen wollte, mit dem Löffel experimentieren und essen lassen. Das Baby sollte laut Plan auch absolut gar keinen Brei bekommen. Meine Kleine aber ißt mittlerweile (seitdem sie es alleine kann...) unheimlich gerne zwischendurch mal einen Grießbrei.

Ich habe nun eine 18 Monate alte Tochter, die super mit dem Löffel so gut wie jede Speise ißt, einen gesegneten Appetit hat und vor allem kerngesund ist!